Ab 16. Dezember bittet Paypal User zur Kasse, die seit mindestens einem Jahr inaktiv sind.

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Das Unternehmen Paypal ist einer der bedeutendsten Zahlungsdienste im Netz. Zahlreiche Handelsplattformen und Shops bieten darüber die finanzielle Abwicklung von Bestellungen an. Zu viel Popularität hat dem Dienst auch verholfen, dass es für private Nutzer in vielen Anwendungsfällen keine oder nur niedrige Zusatzkosten gibt.

Nun lässt man sich allerdings doch eine neue Gebühr einfallen – und zwar für inaktive Nutzer. Die mutmaßlichen Karteileichen sollen in zwei Monaten zur Kasse gebeten werden, wie Money Saving Expert dokumentiert.

Strafzahlung für Karteileichen

Konkret treten mit 16. Dezember neue Nutzungsrichtlinien in Kraft. Ab dann verlangt man zwölf Euro von allen Usern, die seit einem Jahr (zwölf aufeinanderfolgende Monate) inaktiv waren. Als Inaktivität definiert Paypal dabei das Ausbleiben von Geldempfang, Geldversand, Abhebungen und Log-ins.

Abgezogen wird die Inaktivitätsgebühr allerdings nur von vorhandenem Guthaben auf den jeweiligen Konten. Reicht der verfügbare Betrag nicht aus, so wird nur das Restguthaben aufgebraucht. Auf verknüpfte Bezahlquellen wie Konto oder Kreditkarte soll hingegen nicht zugegriffen werden. Wer also kein Guthaben auf seinem Paypal-Konto gelagert hat und den Dienst nicht mehr nutzt, wird nicht zur Kasse gebeten.

Gilt nicht in Deutschland und Österreich

Laut dem englischsprachigen Update wird diese Regel schlagend für alle Nutzer, außer jene in Irland und Besitzer eines Paypal-Privatkontos in Ungarn. In der deutschen Aktualisierung gibt es allerdings keinerlei Erwähnung einer solchen Gebühr. Zudem gibt es zwei Fassungen mit unterschiedlichem Inkrafttretungsdatum (16. Dezember 2020 und 4. Jänner 2021).

Paypal hat diese Verwirrung nun aufgeklärt. Gegenüber dem STANDARD erklärt das Unternehmen, dass die Inaktivitätsgebühr hierzulande und in Deutschland nicht eingeführt werde.

Einfach verhinderbar

Aber auch ehemalige oder sehr selten aktive Nutzer, die betroffen sein könnten, können sich einfach behelfen. Es reicht, sich bis zum 15. Dezember einzuloggen, um der Strafzahlung für ein Jahr zu entgehen. Zudem kann man vorhandenes Guthaben auf das eigene Bankkonto überweisen lassen und seinen Paypal-Account schließen, so man ihn nicht mehr benötigt. (gpi, 20.10.2020)