Für Rapid gab es im Lavanttal bisher wenig zu ernten. Am 5. Juli gelang Kitagawa beim 1:3 nur Resultatskosmetik.

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Linz/Wolfsberg/Wattens/Wien/Linz – In der Lavanttal-Arena steigt am Sonntag (17 Uhr) ein Duell zweier Fußball-Bundesligisten, die zum Europa-League-Start sieglos geblieben sind. Dennoch fühlen sich sowohl der WAC nach dem Heim-1:1 gegen ZSKA Moskau als auch Rapid nach dem 1:2 im Allianz Stadion gegen Arsenal aufgrund der gezeigten Darbietungen in ihrer Zuversicht gestärkt.

Der Wolfsberger Coach Ferdinand Feldhofer sprach am Donnerstag nach dem Kräftemessen mit den Russen auf dem ramponierten Klagenfurter Rasen von einer "guten Leistung" seiner Mannschaft. Der WAC und auch Rapid können mit ihren EL-Auftaktspielen zufrieden sein. "Wir haben etwas Zählbares mitgenommen und Rapid immerhin die Erkenntnis, mit Arsenal mithalten zu können." Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer attestierte seiner Truppe gegen Arsenal sogar einen Auftritt auf "unglaublich hohem Niveau".

Dass man gegen den englischen FA-Cup-Sieger am Ende ohne Punkt dastand, sei enttäuschend, aber verkraftbar. "Wir müssen das Spiel abhaken, am Sonntag wartet schon der nächste schwere Gegner. In Wolfsberg erwartet uns ein ganz anderes Spiel", sagte Kühbauer vor dem Gastspiel bei seinem Ex-Club.

Erhobenen Hauptes nach Wolfsberg

Der Burgenländer wollte seinen Kickern Zuversicht vermitteln. "Jeder Bursche kann mit erhobenen Haupt zum nächsten Spiel kommen. Die Spieler müssen sich keinen großen Kopf machen. Sie haben gezeigt, dass sie sich Dinge zutrauen und auch gegen einen qualitativ höher stehenden Gegner gut spielen können. Das gilt es nun auch in Kärnten auf den Platz zu bringen."

Bisher gelang Rapid dies im Lavanttal nur sehr selten. Gerade einmal ein Sieg schaute für die Hütteldorfer in 15 Liga-Auswärtspartien gegen den WAC heraus. Dafür lief es in dieser Meisterschafts-Saison mit drei Siegen und einem Remis nach vier Runden wunschgemäß. "Wir wollen in der Meisterschaft vorne dabeibleiben", betonte Kühbauer.

Während Rapid auf Platz zwei liegt, scheint der WAC mit drei Punkten lediglich auf Platz neun auf. Einem Sieg stehen gleich drei Niederlagen gegenüber.

Feldhofer kündigte mit Blick auf die Doppelbelastung durch die Europa League an, einige Änderungen vorzunehmen. In diesem Zusammenhang sei auch ein Systemwechsel denkbar, erklärte der Steirer. Dass sein Club nach vier Runden erst bei drei Zählern hält, sieht Feldhofer relativ gelassen. "Natürlich hätte ich gerne mehr Punkte, aber es ist wichtig, Ruhe zu bewahren", sagte der frühere Rapid-Verteidiger.

Linzer gegen ausgeruhte St. Pöltener

Nach dem Europa-League-Auftritt in London gibt es für den LASK am Sonntag (14.30 Uhr) gegen St. Pölten wieder Liga-Alltag. Auf der Gugl gastiert ein ausgeruhtes und punktegleiches Team, das der Konkurrenz in dieser Saison schon öfters Probleme bereitete. "Das ist ein sehr, sehr wichtiges Spiel für uns, um vorne dranzubleiben", betonte LASK-Trainer Dominik Thalhammer noch am Abend des 0:3 gegen Tottenham.

Der LASK könnte die fünfte Runde mit leicht verändertem Personal in Angriff nehmen. Denn die Europacup-Partie war intensiv und endete für den LASK mit einem angeschlagen Trio. Der Gesundheitsstatus von James Holland, Rene Renner und Andres Andrade war vor der Rückkehr nach Linz am Freitagabend noch ungewiss. "Wir müssen abklären, welche Spieler fit sind und dann legen wir unsere ganze Energie in das Spiel am Sonntag", sagte Thalhammer.

Aus LASK-Sicht gilt es eine stolze Serie zu verteidigen, in der Bundesliga sind die Oberösterreicher gegen den SKN bei sieben Siegen und drei Remis noch ungeschlagen. Die beiden Vorjahresduelle gingen ebenfalls klar (3:0, 4:1) an Schwarz-weiß. Allerdings sind bei beiden Teams mittlerweile neue Trainer am Ruder.

Robert Ibertsberger hat das Tottenham-Match natürlich gesehen. "Es war ein extrem mutiger Auftritt, weil sie versucht haben, sich offensiv und defensiv viel zuzutrauen", sagte der SKN-Coach. Er wollte die Leistung gegen die englische Startruppe "nicht negativ" beurteilen. "Die haben Weltklassespieler drinnen, die Drucksituationen auflösen können. Ich habe trotzdem gesehen, was auf uns zukommen kann – das ist nicht ohne."

Ibertsberger glaubte nicht, dass der England-Trip des LASK in irgendeiner Form ein Vorteil für sein Team sein könnten. "Der LASK ist diese Belastung mittlerweile gewohnt und die sind auch topfit." Sein Team habe aus einem gelungenen Saisonstart und sogar aus der Cup-Niederlage gegen Salzburg (0:3) die Erkenntnis mitgenommen, dass gegen die Topgegner der Liga auch "mutige Auftritte nicht verkehrt" sind.

St. Pölten hat seine jüngsten vier Auswärtsspiele gewonnen und dabei nicht weniger als 17 Tore erzielt. "Wir trauen uns auf jeden Fall auch beim LASK wieder einen Punktgewinn zu", sagte Ibertsberger.

Mit Jause ins Stadion

Der LASK reist mit Klarheit in Sachen Organisation aus England retour. Beim Heimspiel gegen den SKN St. Pölten werden gemäß der dann gültigen Verordnung des Gesundheitsministeriums bis zu 1.500 Zuschauer im Linzer Stadion sein, 400 davon im VIP-Bereich, der laut dem LASK offen bleibt. Die Fans auf den Tribünen dürfen bei allgemeiner Maskenpflicht ihre Jause mitbringen – solange sie nicht in potenziellen Wurfgeschoßen transportiert wird.

Für Getränke aller Art könne auf den Tribünen keine Ausnahme gemacht werden, hieß es vom Club. Der VIP-Bereich unterliege hingegen nicht dem Veranstalter-, sondern dem Gastronomiegesetz. "Dass der VIP-Bereich ein eigener Gastronomiebereich ist, ist uns von der Behörde auch so bestätigt worden. Der muss gesetzlich auch als solcher geführt werden", teilte ein Clubsprecher der APA mit.

Zwei Teams auf der Suche

In turbulenten Zeiten empfängt die WSG Tirol am Sonntag (14.30 Uhr) ihr "Vorbild" TSV Hartberg. Die noch sieglosen Steirer liegen nach vier Runden aber zwei Punkte hinter den Tirolern und den selbst gesteckten Erwartungen zurück. Beide Teams sind auf der Suche nach dem kleinen Befreiungsschlag.

"Die ganze Trainingswoche war sehr schwierig", berichtete Silberberger am Freitag. "Weil wir auf der einen Seite nach dem Cup-Aus (0:1 gegen FAC, Anm.) nicht wirklich mit Selbstvertrauen gesegnet sind, auf der anderen Seite durch die Covid-Fälle laufend improvisieren mussten."

Dies auf ungewohntem Terrain. Die WSG-Kicker übten in Kolsass, weil in Wattens kein Trainingsplatz zur Verfügung steht. "Es ist nicht prickelnd, wenn du als Fußballprofi permanent in der Gegend rumfahren musst, um trainieren zu können, zudem laufend auf Nadeln sitzt bezüglich der Covid-Tests", erklärte Silberberger. Die jüngsten Tests vom Donnerstag fielen immerhin allesamt negativ aus, die drei zuvor positiv Getesten verpassen aber das Spiel.

Vorbild Hartberg

Den Werdegang von Hartberg bezeichnete Silberberger als "beeindruckend" und offenbar nacheifernswert. "Ein Jahr vor uns aufgestiegen, dann in superschneller Zeit ein Stadion hingeklatscht beziehungsweise umgebaut und im letzten Jahr sportlich top." Das sei mit Ausnahme von Dario Tadic mit Spielern ohne große Namen gelungen. "Sie sind ein Stück weit Vorbild und ein Stück weit ident mit uns. Ein sympathischer Verein."

Die noch sieglosen Hartberger kassierten beim letzten Spiel vor der dreiwöchigen Liga-Pause eine herbe Schlappe in Salzburg (1:7), gewannen aber alle drei Duelle in Tirol (2x in 2. Liga 2017/18). Trainer Markus Schopp will "aus wenig endlich wieder mehr machen". "Ich hoffe, dass wir uns endlich für den Aufwand, den wir betreiben, auch belohnen und wir es dem Gegner nicht so leicht machen, uns zu bestrafen."

Die Ungeduld nach ausbleibenden Teilerfolgen machte Schopp dafür mitverantwortlich. "Es kann nicht sein, dass wir in Situationen, wo wir nicht gleich das Tor machen, so ungeduldig werden. Diesen Eindruck hatten wir, aber ich glaube, dass wir das korrigiert haben, dass wir in diesen Situationen künftig und schon an diesem Wochenende disziplinierter agieren."

Kein Bier, kein Würstel

Dass das Spiel am Sonntag – anders als die Samstagpartien – schon in die Zeit der "neuen" 1.500-Zuschauer-Verordnung fällt, ist für Wattens laut Trainer Silberberger "kein Problem. Wir hatten während der ganzen Corona-Krise nie mehr als 1.200 Zuschauer". Das Gastroverbot liegt schwerer im Magen: "Dass sich der Zuschauer nicht sein alkoholfreies Bier, sein Würstel und seinen heißen Tee holen darf, kann ich nicht nachvollziehen", wurde Clubpräsidentin Diana Langes in einer Aussendung zitiert. (APA, 23.10.2020)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen zur 5. Fußall-Bundesliga-Runde am Sonntag (alle Spiele live auf Sky):

Wolfsberger AC – SK Rapid Wien (Wolfsberg, Lavanttal-Arena, 17.00 Uhr, SR Ebner). Saisonergebnisse 2019/20: 1:1 (a), 2:2 (h), 1:2 (a), 3:1 (h)

WAC: Kofler – Novak, Baumgartner, Lochoshvili, Scherzer – Leitgeb – Taferner, Liendl, Wernitznig – Joveljic, Dieng

Ersatz: Soldo – Lochoshvili, Peric, Stratznig, Pavelic, Peretz, Schmerböck, Vizinger

Es fehlen: Sprangler (Knöchelverletzung), Giorbelidze (Adduktoren), Schöfl (nach Knie-OP), Kuttin (Knie)

Fraglich: Vizinger (Knieverletzung)

Rapid: Strebinger – Schick, Hofmann, Greiml, Barac, Ullmann – Arase, D. Ljubicic, Petrovic – Kara, Kitagawa

Ersatz: Gartler – Sonnleitner, Stojkovic, Grahovac, Knasmüllner, Ibrahimoglu, Ritzmaier, Fountas

Es fehlen: Schobesberger, Dibon (beide rekonvalszent), ein Spieler wegen Corona-Infektion

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WSG Tirol – TSV Hartberg (Innsbruck, Tivoli Stadion, 14.30 Uhr, SR Spurny). Saisonergebnisse 2019/20: 0:1 (h), 3:0 (a)

WSG: Oswald – F. Koch, Behounek, Gugganig, Schnegg – Rogelj, Petsos, Celic, Smith – Frederiksen, Dedic

Ersatz: Ozegovic – Hager, Buchacher, Anselm, Pranter, Rieder, Yeboah

Es fehlen: Jauregui (rekonvaleszent), drei Spieler wegen Corona-Infektion

Hartberg: Swete – Rotter, Luckeneder, Gollner – Lienhart, Kainz, Ried, Tijani, Klem – Tadic, Rep

Ersatz: Sallinger – Gölles, Huber, Rakowitz, Ertlthaler, Heil, Gabbichler

Es fehlen: Nimaga (Knie), Lema (Knie), Maiga (rekonvaleszent)

Fraglich: Gölles, Heil (beide angeschlagen)

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LASK – SKN St. Pölten (Stadion der Stadt Linz, 14.30 Uhr, SR Eisner). Saisonergebnisse 2019/20: 3:0 (a), 4:1 (h)

LASK: Schlager – Wiesinger, Trauner, Filipovic – Ranftl, Grgic, Michorl, Potzmann – Gruber, Eggestein, Goiginger

Ersatz: Gebauer – Tscheberko, Madsen, Haudum, Balic, Sabitzer, Raguz

Es fehlt: Ramsebner (gesperrt)

Fraglich: Holland (Wade), Renner (nach Zusammenstoß), Andrade (Kreislaufprobleme)

St. Pölten: Riegler – Blauensteiner, Muhamedbegovic, Maranda, Schulz – Schütz, Pokorny, R. Ljubicic – Hugi, Schmidt, Tanzmayr

Ersatz: Gremsl – Steinwender, Drescher, Luxbacher, Grozurek, Davies, Meister

Es fehlt: Halper (Zerrung), Luan (Bänderverletzung im Knöchel)