"Reduktion ist angesagt" – in allen Bereichen, sagt Christa Kummer.

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Nicht nur schreitet der Klimawandel durch den menschlichen Einfluss viel zu schnell voran – durch unseren überbordenden Lebensstil und die Gigantomanie in unserer Gesellschaft verschärfen wir auch noch massiv die Auswirkungen und Schäden, die das anrichtet. So lautet der Tenor von Christa Kummer, Meteorologin und langgediente Wetterexpertin des ORF. Die Bodenversiegelung etwa lässt das Wasser nicht mehr abfließen und Muren und Überschwemmungen immer häufiger zutage treten. Österreich sei Europameister in dieser unvernünftigen Praxis und zahle heute immer öfter die Rechnung dafür.

Kummer ortete in den Medien zudem lange Zeit eine Überrepräsentation von Extremwetterereignissen in Verbindung mit populistischen Schlagzeilen, die Menschen auf gefährliche Art und Weise für das wichtige Thema Klimawandel abstumpfen ließen. Umso wichtiger sei es, dass Experten und Wissenschafter gehört werden. Diese positive Entwicklung beobachte sie zuletzt aber immer öfter. Nicht zuletzt sei es aber auch so, dass Menschen oftmals eine radikale Diagnose bräuchten, um ihr Leben zu ändern. Die Erde habe diese Diagnose bereits bekommen. "Wir sind gezwungen, etwas zu tun", sagt Christa Kummer: "Es geht viel zu schnell."

"Weniger muss das neue Mehr werden", sagt Kummer auch in Bezug auf unser Konsumverhalten. Wenn Heidelbeeren im Jänner dauerhaft nicht gekauft würden, werde man sie auch nicht mehr um die Welt fliegen und bei uns verkaufen. Dort, wo das aber nicht klappe, brauche es eben harte Gesetze. Man könnte aber auch einfach öfter den Worten alter Häuptlinge folgen, wie Kummer gegen Ende des Gesprächs betont, nachdem sie aus "Die Erde ist heilig: Worte großer Häuptlinge" zitiert. (Fabian Sommavilla 2.10.2020)