Gemeinsames Essen und Reden: Das sind zwei Risikofaktoren für eine Infektion.

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Für die Rückverfolgung und Unterbrechung von Corona-Infektionsketten ist es wichtig zu wissen, wann und wie Ansteckungen häufig erfolgen. Eine Studie aus Singapur untersuchte jetzt Risikofaktoren für die Übertragung von Sars-CoV-2 innerhalb und außerhalb eines Haushalts und beschäftigte sich dabei auch mit der Rolle asymptomatischer Patienten.

Die retrospektive Kohortenstudie wertete dafür 7.518 engere Kontakte von bestätigten Covid-19-Fällen zwischen dem 23. Jänner und dem 3. April aus. Die Wissenschafter unterschieden zwischen Kontakten aus dem eigenen Haushalt (1.779 Kontakte) und anderen Kontakten, die für mindestens 30 Minuten höchstens zwei Meter vom Infizierten entfernt gewesen waren. Dazu zählten Kontakte in der Arbeit (2.231 Kontakte) und im sozialen Bereich (3.508 Kontakte). Die Patienten wurden stationär behandelt, die Kontakte mussten für 14 Tage in Quarantäne und wurden regelmäßig auf Symptome überprüft.

Den Mund aufmachen

Unter den Kontaktfällen kam es innerhalb der Quarantäne zu 188 positiven PCR-Tests, die aufgrund von Symptomen durchgeführt worden waren. Die Anzahl der Kontakte, die infiziert wurden, betrug 5,9 Prozent bei Kontakten aus dem Haushalt, 1,3 Prozent bei Arbeitskontakten und 1,3 Prozent bei sozialen Kontakten.

Die Analyse von 1.150 Kontakten (524 aus dem Haushalt, 207 in der Arbeit und 419 soziale Kontakte) ergab als Schätzwerte, dass ein PCR-Test 62 Prozent der Diagnosen nicht erkannte und 36 Prozent der Infizierten asymptomatisch waren.

Mit Regressionsanalysen bestimmten die Wissenschafter mögliche Risikofaktoren. Teilten sich Infizierter und Kontakt ein Schlafzimmer oder sprachen für mindestens 30 Minuten miteinander, war dies mit einer Weitergabe des Virus innerhalb des Haushalts assoziiert.

Eine Frage der Zeit

Außerhalb des Haushalts war der Kontakt zu mehr als einem Infizierten, miteinander zu sprechen für mindestens 30 Minuten und Teilen eines Fahrzeugs mit einer Infektion assoziiert. Sowohl innerhalb als auch außerhalb des Haushalts war indirekter Kontakt, das gemeinsame Einnehmen von Mahlzeiten und die gemeinsame Nutzung des Badezimmers nicht unabhängig mit einer Infektion assoziiert.

Die Wissenschafter konnten innerhalb eines Haushalts mehr Infektionen ausfindig machen als außerhalb. Vor allem Nähe und das Sprechen miteinander konnten das Risiko einer Infektion erhöhen. (red, 6.11.2020)