Kanzlerin Merkel sprach am Dienstag beim EU-Westbalkan-Gipfel.

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Berlin – Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel setzt darauf, dass die EU noch während der deutschen Ratspräsidentschaft in diesem Jahr Beitrittsgespräche mit Nordmazedonien starten kann. Es sei eine gute Botschaft auch für die Wirtschaft, dass die Westbalkanländer daran arbeiteten, einen gemeinsamen Markt zu schaffen, sagte Merkel am Dienstag auf dem EU-Westbalkan-Gipfel.

Die Konferenz soll die Annäherung von Albanien, Kosovo, Nordmazedonien, Serbien und Bosnien-Herzegowina an die EU vorantreiben. Gastgeber waren diesmal das EU-Land Bulgarien und Nordmazedonien. "Vertragt euch", mahnte Merkel. Hintergrund ist die Drohung von Bulgarien, die EU-Beitrittsgespräche mit Nordmazedonien noch zu verhindern, wenn dieses nicht anerkenne, dass die eigene Sprache nur ein Dialekt des Bulgarischen sei.

Grüne Tagesordnung

Vertreter der sechs Westbalkanstaaten unterzeichneten zwei entsprechende Deklarationen zu einem regionalen gemeinsamen Markt und zu einer "grünen Tagesordnung". Der regionale gemeinsame Markt hat das Ziel, die Volkswirtschaften der Westbalkanstaaten durch die Freizügigkeit von Menschen, Waren, Dienstleistungen und Kapital zu verbinden, wie die bulgarische Regierung mitteilte. Die regionale "grüne Tagesordnung" sei im vollen Einklang mit den Bemühungen der EU im Kampf gegen den Klimawandel, hieß es. "Lasst uns nicht vergessen, dass der Westbalkan ein Markt von etwa 20 Millionen Menschen ist", sagte Bulgariens Ministerpräsident Bojko Borissow. Dies würde den jüngeren Menschen Perspektiven geben, die jetzt "mit schnellem Tempo" auswanderten. (APA, 10.11.2020)