Satellitenbild der Anlage am 20. Oktober. Links unten die Einfahrt in den unterirdischen Teil.

Foto: REUTERS/MAXAR TECHNOLOGIES

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Wien – Im unterirdischen Teil der iranischen Uran-Anreicherungsanlage Natanz wurde die erste Kaskade neuartiger Zentrifugen vom Typ IR-2 installiert, so ein Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Die Maschinen seien montiert und angeschlossen, aber noch nicht mit Gas befüllt worden.

Nachdem im oberirdischen Teil der Anlage Anfang Juli Saboteure einen Brand gelegt hatten, verkündete die Regierung in Teheran, drei Kaskaden in den besser gesicherten Bereich verlegen zu wollen. Laut dem 2015 in Wien abgeschlossenen Atomabkommen dürfen in Natanz aber lediglich die älteren IR-1-Zentrifugen unterirdisch aufgestellt werden.

Eine weiter Kaskade IR-4-Zentrifugen werde derzeit montiert. Langfristig soll die gesamte Entwicklungsabteilung in den bombensicheren Tunnel übersiedeln.

Zwölffaches Limit

Iran hat mittlerweile laut dem Bericht mehr als 2.400 Kilogramm leicht angereicherten Urans. Im Abkommen hatte Teheran der Einhaltung einer Obergrenze von rund 200 Kilogramm reinen Urans zugestimmt. Nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomdeal im Jahr 2018 erfüllt auch der Iran nicht mehr alle Auflagen des Abkommens. unterirdisch aufstellen (red, APA, Reuters, 11.11.2020)