Foto: AP A

Vor rund drei Jahren hat der Mobilfunker A1 einen Großangriff auf die Netzneutralität unternommen – und einen Sieg davongetragen. Die Telekombehörde RTR hat keine Probleme damit, dass der Mobilfunker anbietet, Streaming-Inhalte von beliebten Video-, Musik- oder App-Anbietern wie Netflix, Whatsapp, Facebook oder Apple Music zu nutzen, ohne damit das Datenvolumen des gewählten Tarifs zu belasten. "3" hat ebenfalls schon längere vergleichbare Angebote.

Stream

Nun zieht auch Magenta nach und startet mit "Magenta Stream" in das diesjährige Weihnachtsgeschäft. Damit können Kunden auf die Angebote von Anbietern wie Amazon Music, Amazon Video, DAZN, Deezer, Disney+, Facebook, Netflix, Snapchat, TikTok, Twitch, WhatsApp oder ZAPPN TV zugreifen, ohne ihr Datenvolumen zu belasten. Das Angebot bekommen Kunden automatisch und "ohne Zusatzkosten bei einer Neuanmeldung oder einer Vertragsverlängerung mit Tarifwechsel bis 6. Jänner 2021", wie das Unternehmen in seiner Aussendung betont Zusätzlich wird 5G in allen neuen Smartphone Privatkunden-Tarifen freigeschaltet.

Diese sogenannten "Zero Rating"-Angebote sind allerdings umstritten, weil damit bestimmte Internetservices gegenüber anderen bessergestellt werden. Das Prinzip der Netzneutralität sieht hingegen vor, dass alle Daten im Internet diskriminierungsfrei gleich behandelt werden müssen. Netzaktivisten sehen daher in "Free Stream" ein "Zweiklassennetz". So werden für die Nutzung von Youtube oder der ORF-TV-Thek weiterhin Daten abgezogen. Die Telekombehörde hat keine Probleme damit, da die Zero Rating Dienste nur wirksam sind, solange Kunden über ein Datenvolumen verfügen. Bei der RTR sieht man "Zero Rating" mit der Netzneutralität vereinbar. Weil dafür nach Ansicht des Regulators "keine technische Andersbehandlung des Datenstroms und auch kein Verkehrsmanagement" erfolge, gebe es keinen Konflikt mit den EU-Regeln zur Netzneutralität. (sum, 11.11. 2020)