200 Migranten konnte die "Open Arms" vor Lybien retten. Mit an Bord sind auch die Leichen von sechs Personen, darunter ein Baby.

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Das italienische Innenministerium hat dem spanischen Rettungsschiff Open Arms die Anlandungsgenehmigung im sizilianischen Hafen Trapani erteilt. An Bord des Schiffes befinden sich 200 im zentralen Mittelmeer gerettete Migranten und die Leichen von sechs Personen, die bei einem Schiffbruch verunglückt sind.

Seenot vor Libyen, totes Baby

Erwartet wird, dass die Open Arms am Freitagvormittag den Hafen Trapanis erreicht, teilte das Innenministerium in Rom mit. Am Mittwoch hatte die Besatzung des spanischen Rettungsschiffes mehr als 110 Migranten vor Libyen aus Seenot geborgen. Die Migranten befanden sich an Bord eines umgekippten Schlauchbootes. Kurz nach der Rettung aus dem Mittelmeer starb ein sechs Monate altes Flüchtlingsbaby. Wie Open Arms am Donnerstag mitteilte, zog die Mannschaft bei dem Einsatz fünf Menschen tot aus dem Wasser. Mit dem Baby stieg die Zahl der Toten auf sechs. Bei einem weiteren Einsatz wurden andere Dutzende Migranten in Sicherheit gebracht.

Beim Untergang von zwei Booten mit Flüchtlingen vor der Küste des Bürgerkriegslandes Libyen sind mehr als 90 Menschen ertrunken. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) meldete am Donnerstag, vor der Stadt Khums im Westen Libyens seien mindestens 74 Menschen ums Leben gekommen. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) erklärte außerdem über Twitter, weiter westlich seien vor der Stadt Surman 20 Menschen gestorben.

Insgesamt kamen in Italien nach offiziellen Zahlen 2020 bisher fast 31.000 Migranten an. 2019 waren es im gleichen Zeitraum knapp 10.000 Menschen. (APA, 13.11.2020)