Die Crew der "Open Arms" bei einer Rettungsaktion vor der Küste Libyens am Mittwoch.

Foto: AP/Sergi Camara

Rom – Das Schiff der Hilfsorganisation Open Arms hat mit rund 250 aus Seenot geretteten Menschen an Bord die italienische Küste erreicht. Die Menschen würden auf ein Schiff vor der Westküste der italienischen Insel Sizilien gebracht, wo sie zunächst in Quarantäne blieben, teilte die Organisation am Samstag mit. Die Geflüchteten seien bei insgesamt drei Rettungsaktionen am Dienstag und Mittwoch aufgenommen worden.

Die Retter der spanischen Organisation hatten unter anderem bei einer Aktion am Mittwoch mehr als 110 Migranten vor Libyen aus Seenot geborgen. Wie Open Arms am Donnerstag mitteilte, zog die Mannschaft bei dem Einsatz fünf Menschen bereits tot aus dem Wasser. Ein Baby, das wenig später starb, erhöhte die Zahl der Toten auf sechs.

Heuer fast 31.000 Migranten in Italien gelandet

Nach Angaben der Organisation brachte die italienische Küstenwache die Mutter des toten Buben aus Guinea, dessen Name mit Joseph angegeben wurde, und eine schwangere Frau auf die Insel Lampedusa. Drei Migranten, darunter ein weiteres Baby, seien aus medizinischen Gründen nach Malta geflogen worden, hieß es.

Viele Menschen legen weiterhin in kleinen Booten in den nordafrikanischen Ländern Tunesien und Libyen ab, um nach Europa zu gelangen. Auf der Insel Lampedusa landeten in den vergangenen Tagen mehrere Boote mit Hunderten Menschen. Insgesamt kamen in Italien nach offiziellen Zahlen 2020 bisher fast 31.000 Migranten an. 2019 waren es im gleichen Zeitraum knapp 10.000 Menschen gewesen. (APA, 14.11.2020)