Zudem verhandelt Vodafone über die Ausgliederung seines Anteils am britischen Infrastruktur-Joint-Venture mit Telefonica in Vantage Towers.

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Die vor dem Börsengang stehende Funkturm-Sparte von Vodafone setzt auf Wachstum. Vantage Towers könne aktuell rund eine Milliarde Euro in die Hand nehmen, um weitere Funkmasten oder Technik zu erwerben, kündigte Firmenchef Vivek Badrinath am Dienstag vor Journalisten an. Das für Anfang 2021 geplante Aktienmarktdebüt in Frankfurt setze dann noch einmal Kapazitäten frei. Weitere Informationen zur Neuemission hielt Badrinath mit Verweis auf rechtliche Gründe unter Verschluss.

Vodafone hatte das Funkturmgeschäft, dessen größter Markt Deutschland ist, vor mehr als einem Jahr ausgelagert. In der Branche gibt es seit Längerem den Trend zur Abspaltung der Masten – auf dem Boden wie auf Dächern, um sie dann an mehrere Nutzer gleichzeitig vermieten zu können. Badrinath sieht "viel Potenzial für Wachstum" wegen steigender Datenmengen, dem Aufbau des neuen 5G-Netzes sowie Auflagen wie beispielsweise in Deutschland, weiße Flecken ohne Netzabdeckung zu beseitigen. "Der Zeitpunkt ist großartig", versicherte Badrinath.

Auch Konkurrenten

Auch Vodafone-Konkurrenten wie die Telefonica-Tochter Telxius oder Cellnex sind in dem Markt aktiv und wollen wachsen. Telxius hat kürzlich Telefonica Deutschland Masten abgekauft und will hierzulande in den nächsten vier Jahren insgesamt 2.400 weitere Standorte erschließen. Vantage kündigte an, 7.100 neue Masten zu schaffen. Bisher betreibt das Unternehmen 68.000 Funktürme in neun europäischen Ländern – dazu gehört anteilig auch die Telecom-Italia-Tochter Inwit.

Zudem verhandelt Vodafone über die Ausgliederung seines Anteils am britischen Infrastruktur-Joint-Venture mit Telefonica in Vantage Towers. Im kommenden Geschäftsjahr will Vantage, dessen Hauptsitz sich in Düsseldorf befindet und das 420 Mitarbeiter beschäftigt, ein bereinigtes Betriebsergebnis (Ebitda AL) zwischen 530 und 540 Millionen Euro erzielen. Im laufenden Jahr sollen es 523 Millionen Euro sein. (APA/Reuters, 17.11.2020)