Seit Jahrzehnten kommt es in dem ostafrikanischen Land immer wieder zu Gewalt und Konflikten.

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Juba – In zwei Regionen des Krisenlands Südsudan sind den UN zufolge im ersten Halbjahr 2020 mehr als 1.000 Menschen bei Kämpfen zwischen Bevölkerungsgruppen getötet worden. Bis Juli seien im Bundesstaat Jonglei im Zentrum des Landes hunderte Menschen gestorben und mehr als 400 entführt worden, sagte David Shearer, der Leiter der UN-Mission im Südsudan (Unmiss), am Dienstag. Zudem seien in dem Zeitraum im Bundesstaat Warrap mehr als 1.000 Menschen getötet worden.

Shearer warnte vor weiteren Kämpfen in Jonglei während der Trockenzeit, in der Hirten verstärkt umherziehen, um für ihre Kühe Weideland und Wasser zu suchen. Seit Jahrzehnten kommt es in dem Land immer wieder zu Gewalt und Konflikten. Kurz nach der Unabhängigkeit vom Sudan 2011 brach in dem Staat ein Bürgerkrieg aus.

Land und Wasser

Zwar bildeten Präsident Salva Kiir und Rebellenführer Riek Machar Anfang dieses Jahres eine Einheitsregierung. Allerdings kommt es dennoch immer wieder zu Gewalt zwischen Bevölkerungsgruppen. Meist geht es um Ressourcen wie Land und Wasser, dabei werden oft Menschen getötet und entführt und Kühe gestohlen, und die Angriffe führen wiederum zu Vergeltungsschlägen.

Shearer zufolge herrscht in vielen Bezirken ein Machtvakuum, da seit der Bildung der Einheitsregierung viele Posten noch nicht besetzt wurden. Dies sei aber extrem wichtig, um die Probleme in den Bezirken zu lösen, bevor Gewalt ausbreche. (APA, 17.11.2020)