Der ehemalige britische Oppositionsführer Jeremy Corbyn hat seine kontroversen Äußerungen zum Thema Antisemitismus zurückgenommen.

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London – Die britische Labour-Partei will ihren ehemaligen Parteivorsitzenden Jeremy Corbyn nach einem vorübergehenden Ausschluss wieder aufnehmen. Das berichtete die britische Nachrichtenagentur PA am Dienstagabend unter Berufung auf eine Corbyn nahe stehende Quelle. Zuvor hatte das zuständige Parteigremium darüber beraten.

Corbyn war im Oktober ausgeschlossen worden, nachdem er die Ergebnisse einer unabhängigen Untersuchung zu antisemitischen Tendenzen in seiner Partei als übertrieben bezeichnet hatte.

Corbyn: Mehrheit der Labour-Mitglieder anti-rassistisch

Der 71-Jährige hatte vor den Beratungen am Dienstag auf seiner Facebook-Seite eine Erklärung veröffentlicht. Darin heißt es: "Um das klar zu machen, Sorgen über Antisemitismus sind weder "übertrieben" noch "überspitzt"." Er habe nur klar machen wollen, dass die große Mehrheit der Labour-Mitglieder überzeugt anti-rassistisch sei und Antisemitismus entschieden ablehne.

In dem Bericht hieß es, Partei und ehemaliger Vorsitzender hätten Diskriminierung und Schikanen gegen Juden jahrelang zugelassen. Nachdem Corbyn dies in einem Interview zurückwies, folgte der Parteiausschluss. Der Alt-Linke war Labour-Chef zwischen 2015 und April 2020. Unter seiner Führung erlitt die Partei bei der Parlamentswahl im vergangenen Dezember die schwerste Niederlage seit 1935. Inzwischen wird Labour von Keir Starmer geführt. (APA, 17.11.2020)