Boeing Field in Seattle, 30. September: eine 737 Max, gesteuert von FAA-äChef Steve Dickson, setzt zur Landung an

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Washington/Seattle – Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat grünes Licht für den Flugbetrieb der Unglücksmaschine Boeing 737 Max gegeben. Unter Auflagen dürfe die vor 20 Monaten mit einem Startverbot belegte Maschine des US-Flugzeugbauers Boeing wieder abheben, teilte die FAA am Mittwoch mit.

Voraussetzung sei aber neben speziellen Pilotenschulungen eine neue Steuersoftware. FAA-Chef Steve Dickson erklärte im Interview mit Reuters, er sei zu 100 Prozent von der Sicherheit der Boeing 737 MAX überzeugt. "Wir haben alles menschenmögliche dafür getan, dass diese Art von Abstürzen nicht erneut geschehen kann", sagte der ehemalige US-Luftwaffenpilot.

Zwei Abstürze, 346 Tote

Das Boeing-Erfolgsmodell 737 Max wurde nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten im März 2019 aus dem Verkehr gezogen. Als Unglücksursache galten Probleme mit der Steuerung. Nach der FAA müssen auch führende Aufsichtsbehörden in Europa, Brasilien und China nach unabhängigen Überprüfungen ihre eigenen Genehmigungen für ihre Fluggesellschaften erteilen. Dickson erwartet, dass dies zeitnah geschehen wird.

American Airlines hatte zuletzt erklärt, ab 29. Dezember mit der 737 Max wieder abzuheben. Southwest Airlines, der weltweit größte Max-Betreiber, plant, das Flugzeug erst im zweiten Quartal 2021 wieder zu fliegen.

An den Börsen löste die Startfreigabe der 737 Max eine Erleichterungsrally bei US-Fluggesellschaften aus. Die Aktien von American Airlines, Delta und United gewannen im vorbörslichen US-Geschäft jeweils etwa zwei Prozent. Boeing-Titel stiegen um 5,6 Prozent auf ein Fünfeinhalb-Monats-Hoch von 221,90 Dollar. (red, Reuters, 18.11.2020)