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Der Russe Daniil Medwedew hat im Gegensatz zu Novak Djokovic bei den Tennis-ATP-Finals in London vorzeitig das Halbfinale erreicht. Der 24-Jährige gewann am Mittwochabend überraschend klar gegen den serbischen Weltranglisten-Ersten mit 6:3,6:3 und feierte damit seinen zweiten Sieg. Zum Auftakt hatte Medwedew gegen den Deutschen Alexander Zverev ebenfalls in zwei Sätzen gewonnen. Medwedew ist der zweite bereits fixierte Halbfinal-Teilnehmer neben ÖTV-Star Dominic Thiem.

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In der zweiten Partie der Gruppe "Tokio 1970" feierte Zverev mit einem 6:3,4:6,6:3 gegen den argentinischen Außenseiter Diego Schwartzman seinen ersten Erfolg. Zverev und Djokovic machen sich das zweite Aufstiegsticket nun am Freitag im direkten Duell aus. "Gegen Novak hier zu spielen ist das Schwerste, was es gibt. Ich werde mich deutlich steigern müssen, dessen bin ich mir bewusst", sagte der 23-jährige Zverev.

Keine Lösungen

Djokovic fand gegen den nahezu fehlerfrei spielenden Medwedew keine Lösungen. Zu Beginn konnte der Serbe in der taktisch geprägten Begegnung mithalten. Aber mit zunehmender Dauer verlor er etwas die Übersicht und leistete sich beim Versuch, mehr Druck zu erzeugen, zu viele unerzwungene Fehler. Als Knackpunkt erwies sich das siebente Game, indem Medwedew nach langem Kampf das erste Break schaffte. Insgesamt reihte der Moskauer, der vorletzte Woche beim Masters-1000-Turnier von Paris-Bercy triumphiert hatte, bis zum 3:0 im zweiten Satz sieben gewonnene Games aneinander. Schon nach 1:21 Stunden war sein Sieg in der Tasche.

Zverev stand länger auf dem Platz, verwertete seinen ersten Matchball nach 2:11 Stunden nach einer glanzlosen Vorstellung. "Es war deutlich besser als am Montag. Diego ist sehr schwer zu spielen. Ich bin glücklich, dass ich gewonnen habe und mir die Chance auf das Halbfinale erhalten habe", verlautete Zverev.

Den ersten Satz holte sich Zverev nach nur 39 Minuten bei der ersten Chance. Auch im zweiten Durchgang lief es bis zur 3:1-Führung nach Wunsch, ehe der Deutsche völlig den Faden verlor und mit 4:6 den Kürzeren zog. Im Entscheidungssatz war dann das Break des US-Open-Finalisten zum 3:2 vorentscheidend.

Melzer hofft weiter

Jürgen Melzer hat unterdessen im Doppelbewerb die Chance auf den Aufstieg ins Halbfinale gewahrt. Gemeinsam mit seinem französischen Partner Edouard Roger-Vasselin gewann der Niederösterreicher am Mittwoch einen Dreisatzkrimi gegen die australisch-neuseeländische Paarung John Peers/Michael Venus nach fünf abgewehrten Matchbällen noch mit 2:6,7:6(4),12:10. Das Duo zog damit nach Punkten mit Mate Pavic/Bruno Soares gleich, denen es am Montag unterlegen war.

Die topgesetzten Pavic/Soares verloren am Mittwoch gegen das noch unbesiegte spanisch-argentinische Duo Marcel Granollers/Horacio Zeballos doch etwas überraschend mit 6:7(4),7:6(4),8:10 und liegen damit in der Gruppe "Bob Bryan" nicht an der Spitze. Melzer/Roger-Vasselin messen sich zum Abschluss mit den Gruppenersten, Pavic/Soares treten gegen die bereits fix ausgeschiedenen und punktlosen Peers/Venus an und haben damit am Freitag die vermeintlich leichtere Aufgabe. (APA, 18.11.2020)