Youtube hat sich wieder den Zorn der Community zugezogen.

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Mit einer Änderung seiner Nutzungsbedingungen hat sich Youtube einmal mehr den Zorn vieler Videomacher zugezogen. Die zu Google gehörende Plattform will künftig auch Werbung vor bzw. während Videos ausspielen, ohne die Macher der Clips an den Einnahmen zu beteiligen. Die Weitergabe eines Teils der Werbeeinnahmen war bisher eigentlich Youtubes Kernmodell.

Auf kleinen Kanälen ohne "sensiblen" Themen

Betroffen sind demnach Videos von Kanälen, die nicht Teil des offiziellen Partnerprogramms sind und "nicht-sensible" Inhalte zeigen. Als "sensible" Inhalte gelten Politik, Religion, Glücksspiel und Alkohol. Um sich für das Partnerprogramm zu qualifizieren ist es notwendig, mehr als 1000 Abonnenten zu haben und mit den eigenen Inhalten wenigstens 4000 Verweilstunden binnen eines Jahres zu erzielen.

Bislang wurde bei Videos solcher kleinen Kanäle nur Werbung geschalten, wenn ein Unternehmen – meist aus der Musikindustrie – darauf aufgrund genutzter urheberrechtlich geschützter Inhalte einen Copyright-Claim erhebt und sich für die Monetarisierung entscheidet.

Community verärgert

Die Änderung stößt auf wenig Gegenliebe. Zahlreiche Nutzer und Videomacher haben den Schritt auf sozialen Medien bereits scharf kritisiert. Das Verhältnis zwischen der Plattform und seiner kreativen Mitglieder ist ohnehin seit Jahren angespannt.

Für Ärger sorgten etwa die, deutliche Senkung der Werbevergütungen, die Benachteiligung kleinerer Kanäle, die aufgrund neuer Mindestvorgaben ihre Inhalte nicht mehr monetarisieren konnten, der zögerliche Umgang mit problematischen Videomachern wie Logan Paul oder die – nach wenigen Jahren wieder aufgehobene – Verknüpfung von Youtube-Konten mit Googles gescheitertem sozialen Netzwerk Google+. (red, 19.11.2020)