Update-Zeit für Chrome.

Foto: Mark Lennihan / AP

Es ist der letzte große Versionssprung für Chrome in diesem Jahr, und für den hat Google noch einmal einen Schwall an Verbesserungen versammelt. Allen voran: Durch eine Reihe von Maßnahmen sollen Performance und Stromverbrauch des Browser verbessert werden.

Eine Frage des Timings

Die wichtigste Maßnahme wurde bereits vor einigen Monaten angekündigt: Künftig werden gerade im Hintergrund befindliche Webseiten deutlich in ihren Möglichkeiten beschränkt. Konkret bedeutet dies, dass Javascript Timer nur mehr einmal pro Minute laufen dürfen. Dies soll nicht nur die Performance im Vordergrund verbessern, das Ganze verspricht signifikante Gewinne in Hinblick auf die Akkulaufzeit.

Google spricht konkret von einer Reduktion der von Webseiten genutzten CPU-Zeit auf ein Fünftel, wodurch der Akku eines entsprechenden Laptops bis zu 1,25 Stunden länger durchhalten soll. Da der Softwarehersteller nicht angibt, auf welches Gerät sich diese Angabe bezieht, ist es aber schwer diesen Wert konkret einzuordnen. Frühere Zahlen sprachen jedenfalls von einer Laufzeitverlängerung um 28 Prozent. Im Endeffekt dürfte dies aber auch stark vom eigenen Nutzungsverhalten abhängen.

Versteckte Seiten

Eine weitere Performance-Verbesserung ist nur für Windows-Nutzer relevant: Unter Microsofts Betriebssystem kommt nun das bereits bei Chrome OS und Mac OS genutzte "Occlusion Tracking" zum Einsatz. Dieses sorgt dafür, dass der Browser weiß, welche Tabs und Fenster derzeit überhaupt für die Nutzer zu sehen sind. Mithilfe dieser Informationen kann man die Aufteilung der Rechenressourcen weiter optimieren. Das Resultat sollen bis zu 7 Prozent schnellere Ladezeiten für Webseiten sowie eine bis zu 25 Prozent schnellere Startzeit des Browsers sein. Auch der Speicherverbrauch soll durch diese Maßnahme reduziert werden.

Cache

Unter Android gibt es zusätzlich einen neuen Back/Forward-Cache, der diese häufigen Nutzungsszenarien beschleunigt. Da die Seiten im Cache behalten werden, sind sie etwa nach dem Klick auf den Zurück-Knopf umgehend sofort wieder verfügbar. Derzeit würden rund 20 Prozent aller Vor- und Zurück-Aktionen auf diesem Weg beschleunigt, in Zukunft soll dieser Wert auf 50 Prozent erweitert werden, betont Google

Addy Osmani

Für ARM-Macs

Chrome 87 ist aber auch die erste Version des Browser, die es in einer nativen Version für die neuen Macs mit Apples eigenem M1-Prozessor auf ARM-Basis gibt. Dies sollte eine deutlich gesteigerte Performance sowie einen reduzierten Speicher- und Akkuverbrauch im Vergleich zur via der "Rosetta 2"-Übersetzungsebene laufenden x86-Version bieten. Interessanterweise hat sich Google dabei gegen ein – wie von Apple vorgeschlagen – "Universal Binary" entschlossen, sondern bietet wirklich eine reine ARM-Version zum Download.

Zu den neuen Features in Chrome 87 gehört eine Suchfunktion für offene Tabs – die vor allem für jene von Interesse sein dürfte, die in dieser Hinsicht schon mal den Überblick verlieren. Diese Funktion gibt ihr Debüt auf Chromebooks, andere Plattformen sollen aber bald folgen. Erweitert wurde zudem die Omnibox genannte Adresszeile von Chrome, von dort aus können jetzt Aktionen wie "edit passwords" oder "delete history" direkt aufgerufen werden.

Karten

Ebenfalls noch eine Vorankündigung sind jene "Karten", die bald auf neuen Tabs unter den gewohnten Shortcuts angezeigt werden sollen. Diese sollen dabei helfen zuvor vorgenommene Recherchen fortzusetzen, sie gruppieren also Webseiten thematisch.

Chrome 87 steht bereits zum Download von der Seite des Herstellers bereits. Bestehend Nutzer werden automatisch auf die neue Version aktualisiert. (apo, 19.11.2020)