Diego Simeone dirigiert Atletico.

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Madrid – Die Titelambitionen von Salzburgs Champions-League-Gruppengegner Atletico Madrid werden am Samstagabend (21 Uhr, live Dazn) einem Härtetest unterzogen. Das einzige noch ungeschlagene Team der spanischen Fußball-Liga empfängt den FC Barcelona zum Showdown. Die Katalanen können sich nach einem mäßigen Start unter Neo-Trainer Ronaldo Koeman keinen weiteren Fehltritt leisten. Zudem sorgte Superstar Lionel Messi mit klaren Worten für Schlagzeilen.

Atletico war mit fünf Siegen und zwei Remis in die Ligasaison gestartet. Bei drei Punkten Rückstand und zwei Spielen weniger als Spitzenreiter Real Sociedad scheint die Tabellenführung in Reichweite. Barcelona fehlen bereits sechs Zähler auf den Rivalen. Allerdings hatten die Katalanen "Atleti" auch die bisher letzte Heimniederlage in der Liga zugefügt – im vergangenen Dezember bzw. vor 18 Partien.

Würze durch Wechsel

Besondere Würze erhält die Begegnung durch mehrere prominente Wechsel. Atletico-Stürmer Luis Suarez dürfte wegen seiner Corona-Infektion beim uruguayischen Nationalteam gegen seinen Ex-Club fehlen. Dafür geht es für Barcas Antoine Griezmann gegen den Verein, den er 2019 mit großem Getöse für 120 Millionen Euro verlassen hatte. Seit seinem Transfer nach Barcelona lief es für den französischen Weltmeister aber nie wirklich nach Wunsch.

Von einem Stammplatz darf Griezmann derzeit nur wegen einer Knieverletzung von Jungstar Ansu Fati ausgehen. Ein ehemaliger Agent des 29-Jährigen schoss diese Woche in einem Zeitungsinterview zudem heftig gegen Messi. Dieser soll bei Barca ein "Terrorregime" aufgebaut haben und im Club wie ein Diktator herrschen. "Du bist entweder für ihn oder gegen ihn", sagte Spielerberater Eric Olhats dem Magazin "France Football".

Satter Messi

Darauf angesprochen reagierte Messi am Mittwoch bei seiner Rückkehr aus Südamerika gereizt. "Ich habe es langsam satt, bei allem immer das Problem im Club zu sein", schimpfte der 33-Jährige, der die Katalanen im Sommer gerne verlassen hätte, wegen einer zu spät gezogenen Ausstiegsklausel aber eine weitere Saison bleiben musste. Sportlich lief es seither nicht wirklich rund. Neben Fati fehlt Barca im Schlager nun auch der beim spanischen Nationalteam verletzte Sergio Busquets.

Allerdings muss auch der Erzrivale Real Madrid für sein Gastspiel am Samstag (16.15 Uhr/live DAZN) beim Tabellenzweiten Villarreal einen wichtigen Mann vorgeben: Kapitän Sergio Ramos zog sich bei Spaniens historischem 6:0-Kantersieg am Dienstag gegen Deutschland eine Oberschenkelverletzung zu. Laut Medienberichten wird er auch das Champions-League-Duell nächsten Mittwoch auswärts gegen Inter Mailand verpassen. Kein gutes Omen: Sieben ihrer vergangenen acht Champions-League-Spiele ohne Ramos haben die Madrilenen verloren. (APA; 20.11.2020)