G20-Werbung in Riad.

Foto: REUTERS/Nael Shyoukhi

Wien – Ab Samstag treffen sich die Oberhäupter der 20 reichsten Staaten unter saudi-arabischer Präsidentschaft zu einer Videokonferenz. Laut Angaben aus deutschen Regierungskreisen haben sich sowohl die USA als auch China bei der Vorbereitung des Gipfels "konstruktiv" verhalten.

Deutschland will das Prinzip des freien Handels und die Stärkung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der Corona-Pandemie-Bekämpfung in der Gipfelerklärung erwähnt haben.

Die EU will beim Gipfel stärkere Unterstützung ärmerer Länder einfordern. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen spricht sich dafür aus, mehr Geld für die internationale Impfstoff-Initiative Covax zur Verfügung zu stellen. Zudem will sich die EU für weitere Schuldenerleichterungen starkmachen.

Auch Japans Finanzminister Taro Aso forderte die G20-Staaten auf, gemeinsam auf die Corona-Krise zu reagieren.

Trump hat nicht abgesagt

Es gebe bisher keine Hinweise, dass US-Präsident Donald Trump nicht an den Beratungen teilnehmen werde, hieß es aus Verhandlungskreisen. Allerdings gilt als unklar, ob Trump am Ende weitreichende Bekenntnisse der G20 zu Klimaschutz und der gemeinsamen Corona-Bekämpfung mittragen wird.

USA beteiligen sich nicht an Impfstoff-Initiative

An dem weltweiten Vorhaben beteiligen sich schon China und mehr als 150 Länder – allerdings nicht die USA. Federführend sind die WHO sowie die Impfstoff-Allianzen Global Alliance for Vaccines and Immunizations und Coalition for Epidemic Preparedness Innovations.

Um ärmere Länder mit Impfstoffen versorgen zu können, würden im kommenden Jahr schätzungsweise weitere fünf Milliarden Dollar (4,2 Milliarden Euro) benötigt, erklärte von der Leyen. Zudem brauche es Geld für Tests und Behandlungen. Insgesamt würden voraussichtlich Mittel in Höhe von 38 Milliarden Dollar (32 Milliarden Euro) benötigt.

Zu den G20 gehören neben der EU als Staaten Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei und die USA. (red, APA, Reuters, 20.11.2020)