Es wurden mehrere Anzeigen nach dem Covid-19-Maßnahmengesetz und dem Veranstaltungsgesetz erstattet.

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Am Donnerstagabend gab es einen Polizeieinsatz beim Wiener Akademikerbund, einer rechten Denkfabrik in Wien-Josefstadt, berichtet der "Kurier". Demnach sollen sich dort 60 bis 70 Personen in einem Keller zu einer außerordentlichen Generalversammlung getroffen haben. "Die angetroffenen Personen befanden sich auf engstem Raum ohne Mund-Nasen-Schutz", sagte ein Polizeisprecher gegenüber dem "Kurier". Es seien mehrere Anzeigen nach dem Covid-19-Maßnahmengesetz und dem Veranstaltungsgesetz erstattet worden.

Ehemalige ÖVP-Vorfeldorganisation

Laut Polizei sollen die Anwesenden beim Eintreffen der Beamten die Tür versperrt und gesagt haben: "Wir machen mit unserem Treffen weiter." Man ist sich offenbar keines Fehlverhaltens bewusst. "Wir hatten dringliche Dinge zu beratschlagen", sagte Christian Zeitz vom Wiener Akademikerbund zum "Kurier". Bei dem Treffen sei es sogar um die Corona-Maßnahmen gegangen: "Im Hinblick auf das Corona-Regime muss man aktiv gegen die Regierung auftreten", so Zeitz.

Der Wiener Akademikerbund war urspünglich eine Vorfeldorganisation der ÖVP. 2010 wurden jedoch der damalige Obmann Josef Müller und Christian Zeitz aus der ÖVP ausgeschlossen, nachdem Müller in einem Brief an Politiker die Abschaffung des NS-Verbotsgesetzes, die Streichung des Gleichbehandlungsgesetzes und die Zurücknahme der Fristenlösung bei Schwangerschaftsabbrüchen vorgeschlagen hatte.

In einer "ausführlichen Analyse" auf der Homepage des Wiener Akademikerbundes macht Zeitz deutlich, was er zum Thema Coronavirus denkt: Er spricht von einem "medial inszenierten und politisch gleichgeschalteten Corona-Wahn" und einem "induzierten Irresein gehirngewaschener Massen". (red, 20.11.2020)