Foto: AFP/POMPEI ARCHAEOLOGICAL PARK

Rom – Wissenschaftern ist bei Ausgrabungen an der archäologischen Stätte von Pompeji nahe Neapel in Süditalien ein spektakulärer Fund gelungen: Die Archäologen entdeckten im Bereich einer Vorstadtvilla die hervorragend erhaltenen Überreste von zwei Männern, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Bei den Toten dürfte es sich um einen Sklaven und seinen Herren handeln, die bei der Flucht vor dem Ausbruch des Vesuv im Jahr 79 unserer Zeitrechnung gestorben sind.

Foto: AP/Parco Archeologico di Pompei

Herr und Sklave

Die Forscher zeigten sich begeistert, wie detailreich das Duo erhalten geblieben ist. So sind etwa ihre Gesichtszüge oder die Kleidungstücke, die sie am Leib getragen hatten, teilweise gut zu erkennen. Bei dem Herren dürfte es sich um einen Mann um die 40 Jahre handeln, der Sklave wurde auf ein Alter zwischen 18 und 23 Jahre geschätzt.

Foto: AP/Parco Archeologico di Pompei

Hinweise auf Ausbruchsdatum

Das ältere Opfer war offenbar aufwendiger gekleidet gewesen und hatte eine Tunika und einen Wollmantel getragen Auch der jüngere Mann hatte eine wollene Tunika an. Dies spreche nach Ansicht der Wissenschafter dafür, dass der Ausbruch des Vulkans im Oktober stattgefunden hatte, und nicht im August, wie lange Zeit angenommen worden war. Veränderungen an der Wirbelsäule des Jüngeren deuten auf schwere körperliche Arbeit hin, was untermauern würde, dass es sich um einen Sklaven gehandelt hatte..

Foto: AP/Parco Archeologico di Pompei

Innovative Techniken

Die Ausgrabungen an der Villa in Civita Giulina, rund 700 Meter nordwestlich von Pompeji, liefen schon länger. 2017 seien dort beispielsweise die Überreste dreier Pferde entdeckt worden. Die Wissenschafter haben in den vergangenen Monaten auch während des Lockdowns ihre Arbeiten fortgeführt. Der Direktor der archäologischen Parks von Pompeji, Massimo Osanna, sprach von einem beeindruckenden Fund, der innovativen Techniken bei den Ausgrabungen zu verdanken sei.

Foto: AP/Parco Archeologico di Pompei

Die jetzt vorgestellten Ergebnisse über die Männer wurden möglich, weil die Skelette in Hohlräumen unter erstarrter Vulkan-Asche gelegen hätten, hieß es. Die Forscher nutzten Laser und Computerdarstellungen, kombiniert mit traditionellen Methoden, um Abgüsse der Körper anzufertigen.

Foto: EPA/Luigi Spina /Parco Archeologico

Im 18. Jahrhundert wiederentdeckt

Die antike Stadt Pompeji wurde allem, was man bisher herausfinden konnte wahrscheinlich am 17. Oktober im Jahr 79 von der Asche des Vesuvs verschüttet. Seit der Wiederentdeckung im 18. Jahrhundert werden dort Ausgrabungen vorgenommen, dennoch werden nach wie vor bedeutende Funde gemacht. Pompeji ist eine der berühmtesten archäologischen Stätten der Welt und gehört zu den meistbesuchten Attraktionen in Italien. (red, APA, 22. 11. 2020)