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Die Jacksonville Jaguars wollten gegen die ungeschlagenen Pittsburgh Steelers überraschen und für eine echte Sensation sorgen – hatten schlussendlich aber keine Chance. Zwar ging man durch ein Field Goal sogar in Führung, der kleine Vorsprung sollte aber nur eine Momentaufnahme bleiben. Jaguars Head Coach Doug Marrone ließ sich zu waghalsigen Entscheidungen hinreißen, wie einem Onside-Kick durch Wide Receiver (!) Keelan Cole im ersten Viertel. Pittsburgh sicherte sich den Ball, die Offensive konnte aus der hervorragenden Feldposition aber ebenfalls nur zu drei Punkten kommen. Es dauerte ein wenig bis Quarterback Ben Roethlisberger (267 Yards, 32/46, zwei TDs, eine INT) die Defensive der Jaguars überwinden und sein Team zur Führung durch Chase Claypool (vier Receptions, 59 Yards) bringen konnte. Der Rookie konnte seinen zehnten Touchdown der Saison beisteuern.

Jacksonville fand in der ersten Hälfte immer wieder Wege um zu großen Raumgewinn zu kommen, machte aber in den kritischen Momenten zu viele Fehler: Jake Luton (151 Yards, 16/37, vier INTs) warf seine erste Interception in der Red Zone – abgefangen von Minkah Fitzpatrick – was eine sofortige Antwort Jacksonvilles verhinderte. Pittsburgh bestrafte den Ballverlust gnadenlos und baute die Führung per Rushing-Touchdown durch Benny Snell (sieben Carries, 15 Yards) weiter aus. Eigentlich lief nach einer weiteren Steelers Interception durch Terrell Edmunds alles wie am Schnürchen – bis auch Ben Roethlisberger einen Pick in die Endzone warf. In Hälfte zwei war nichts mehr los, die Steelers verwalteten ihren 17:3 Vorsprung lange und kamen durch Edmunds zweite Interception im Schlussviertel noch zu weiteren Punkten nach einem TD durch Tight End Eric Ebron (vier Receptions, 36 Yards). Mikah Fitzpatrick pickte Luton gegen Spielende zudem auch noch einmal.

Pittsburgh bleibt als einziges Team weiterhin makellos und steht nun bei zehn Siegen. Man darf gespannt sein, wie lange diese Mannschaft ungeschlagen bleibt.

Pittsburgh Steelers (10-0) 27:3 Jacksonville Jaguars (1-9)

Offensivspektakel an Kansas City

Dem Super Bowl-Sieger ist die Revanche für die bisher einzige Saisonniederlage gegen die Las Vegas Raiders geglückt. Um es kurz zu machen: Pat Mahomes (34/45, 348 Yards, zwei TDs, eine INT) reichen 1:43 Minuten, um einen Gegner noch in die Knie zu zwingen. Dabei hatten die Chiefs wieder mit den Raiders zu kämpfen. Jeder noch kommende Gegner Kansas Citys wird die beiden Spiele von Las Vegas in- und auswendig studieren, zu gut stellte Jon Gruden sein Team auf den Titelverteidiger ein.

Die Partie blieb bis zum Schluss spannend, Las Vegas und Kansas City boten sich einen Schlagabtausch auf Augenhöhe, mit ständigen Führungswechseln. Derek Carr (23/31, 275 Yards, drei TDs, eine INT) spielte nahezu fehlerlos und führte seine Mannschaft über das Passspiel hauptsächlich durch Nelson Agholor (sechs Receptions, 88 Yards, TD) und Darren Waller (sieben Receptions, 88 Yards, TD) zu Punkten. Josh Jacobs (17 Carries, 55 Yards, TD) konnte wie Devontae Booker (fünf Carries, 16 Yards) bei 3.2 Yards pro Lauf gehalten werden. Natürlich schmerzte Carrs einziger Pick 23 Sekunden vor Schluss sehr – insgesamt aber eine wirklich starke Partie des oft kritisierten QBs.

Kansas City kam mit geballter Offensivpower in Form von Travis Kelce (acht Receptions, 127 Yards, TD), Tyreek Hill (elf Receptions, 102 Yards, TD) sowie Clyde Edwards-Helaire (14 Carries, 69 Yards, zwei TDs) und Le’Veon Bell (sieben Carries, 25 Yards, TD) um Las Vegas zu überwinden. Mahomes warf zudem eine seiner selten vorkommenden Interceptions. Ein Spiel der besseren Sorte und eine Erinnerung daran, dass die Chiefs alles andere als unverwundbar sind. Wenn man Mahomes nicht zu viel Zeit gibt.

Kansas City Chiefs (9-1) 35:31 Las Vegas Raiders (6-4)

Burrow bei Niederlage out

Eine weitere schwere Verletzung erschüttert die NFL: Joe Burrow, Quarterback der Cincinnati Bengals, verletzte sich im dritten Viertel der Partie gegen das Washington Football schwer am linken Knie und konnte nicht eigenständig das Feld verlassen. Wie schwer das Knie verletzt wurde, steht noch nicht fest – man muss aber vom schlimmsten ausgehen.

Eigentlich sollte es das Spiel Burrow gegen Chase Young – oder der #1-Pick des NFL Drafts 2020 gegen den #2-Pick – werden. Beide kennen sich sehr gut aus gemeinsamen Zeiten bei den Ohio State Buckeyes, gestern machte Burrow des Öfteren mit Young Bekanntschaft: Im zweiten Viertel etwa, als Young Burrow zu einem Fumble bei einem vierten Versuch kurz vor der Endzone zwang. Burrow fing sich aber rasch von seinem Fehler und führte seine Mannschaft mit 203 Yards (22/34) samt einem Touchdown auf A.J. Green (vier Receptions, 41 Yards) zu neun Punkten. Nach seiner Verletzung übernahm Ryan Finley (3/10, 30 Yards, INT) für Burrow, konnte sein Team aber zu keinen signifikanten Aktionen führen.

Washingtons Defensive zeigte abermals eine couragierte Leistung, ließ aber auch gerne eigentlich einfach abfangbare Bälle von Burrow fallen. Abgesehen davon war man aber immer wieder zur Stelle, kam auf insgesamt vier Sacks, eine Interception und machte der eigenen Offensive um Alex Smith (166 Yards, 17/25, TD, INT) das Leben dadurch leichter. Washington scorte durch Antonio Gibson (16 Carries, 94 Yards) und Steven Sims (drei Receptions, 13 Yards), den Rest besorgte Kicker Dustin Hopkins mit zwei von drei erfolgreich verwandelten Field Goals.

Cincinnati muss den Ausfall von Burrow erst verkraften und sich auch selbst auf die Fahne schreiben, dass es eine Verletzung mit Ansage war. Die O-Line in diesem Jahr half Burrow nur selten, leider war es nur eine Frage der Zeit, bis eine starke Defensive – wie jene des Football Team – so bitter zu Burrow durchdringen würde. Washington bleibt mit einem Record von 3-7 irgendwie im Rennen um den Playoff-Platz der NFC (L)East, die Bengals müssen schon jetzt ihr Draftbook nach brauchbaren Tackles aufschlagen.

Cincinatti Bengals (2-7-1) 9:20 Washington Football Team (3-7)

Es wird brenzlig

Die Baltimore Ravens wollten sich bei den Tennessee Titans für die Playoff-Niederlage zu Beginn des Jahres revanchieren – sie scheiterten abermals, diesmal mit 24:30 nach Verlängerung.

Die Partie ging ständig hin und her – mal lagen die Ravens, dann wieder die Titans in Führung. Kurz vor der Pause ein kritischer Drive für Tennessee: Eigentlich schon mit drei Versuchen gescheitert, ließ Head Coach Mike Vrarbel einen Fake Punt ausspielen, was auch in einem neuen First Down mündete. Nach einer Pass Interference gegen Baltimore standen die Titans plötzlich tief in der Hälfte der Ravens. Baltimores Abwehrriegel hielt aber und konnte Ryan Tannehill (259 Yards, 22/31, zwei TDs, eine INT) und Co. bei einem Field Goal halten. Allgemein spielte die Ravens-Defensive in der ersten Hälfte bärenstarken Football, kam auf eine Interception durch Rookie Patrick Queen und hielt Titans-Runningback Derrick Henry bei 36 Yards (13 Carries). Irgendwann wurde die Einheit aber müde und sie taten sich schwerer, sowohl Henry, als auch das Passspiel um Corey Davis (fünf Receptions, 113 Yards) und A.J. Brown (vier Receptions, 62 Yards, TD) zu stoppen. In der Verlängerung ging dann der Saft endgültig aus und Henry (28 Carries, 133 Yards) setzte mit seinem einzigen – aber entscheidenden – Touchdown den Deckel drauf.

Bei den Ravens dürften langsam aber sicher die Alarmlichter aufbrennen. Lamar Jackson (17/29, 186 Yards, ein TD, eine INT) zeigte beide Gesichter: schöne tiefe Bälle auf Mark Andrews (fünf Receptions, 96 Yards, TD), bemühte Läufe (13 Carries, 51 Yards) aber auch schwache Übersicht – nicht nur einmal übersah er einen völlig freistehenden Dez Bryant (vier Receptions, 28 Yards). Das Laufspiel führte JK Dobbins mit 70 Yards samt Touchdown an, der allgemeine Offensiv-Mix der Ravens war aber in den wichtigen Momenten zu schwach. In Anbetracht der gegnerischen Defensive – Tennessee besticht dieses Jahr wirklich nicht durch irgendeine Defensivdominanz – kein guter Ausblick. Durch die vierte Niederlage verloren die Ravens den zweiten Platz der AFC North an die Cleveland Browns. Tennessee ist mit sieben Siegen und drei Niederlagen voll auf Kurs.

Tennessee Titans (7-3) 30:24 Baltimore Ravens (6-4)

Hill startet und gewinnt

Nicht wie zuerst berichtet fünf, sondern satte elf Rippen brach sich Saints-Quarterback Drew Brees beim Spiel vergangenen Sonntag gegen die San Francisco 49ers. Wenig verwunderlich fällt der Veteran mehrere Wochen aus. Überraschend ist jedoch sein Vertreter: Nicht Jameis Winston begann gegen die Atlanta Falcons, sondern Taysom Hill (18/23, 233 Yards). Und wirklich schön anzusehen war das zu Beginn nicht. Mit Hill under Center wurden hauptsächlich nur kurze Pässe gespielt, die aber keinen großen Raumgewinn zur Folge hatten. Per Lauf ging es zumindest in der Redzone besser – Hill kann auf zwei Rushing-Touchdowns (zehn Carries, 51 Yarrds) bzw. einen Touchdown-Pass auf Alvin Kamara (13 Carries, 45 Yards, TD). Kamara war ausnahmsweise nicht der große Game-Winner auf Seiten der Saints, dafür kam Michael Thomas mit neun Receptions und 104 Yards langsam aber sicher wieder in die Gänge.

Umgekehrt die Falcons: Matt Ryan konnte zu Beginn der Partie einmal tief auf Clavin Ridley passen, sah sich danach aber der starken Saints-Defensive ausgesetzt. Bis auf drei Field Goals durch Kicker Younghoe Koo ging nichts – auch die Yolo-Hail Mary mit den Schlusssekunden des zweiten Viertels wollte nicht gelingen, sondern landete in den Händen von Saints-Safety Marcus Williams. Die Defensive der Saints machte mit Ryan und dessen Offensive-Line was sie wollte – zwei Interceptions, acht Sacks (Cam Jordan drei, David Onyemata und Trey Hendrickson je zwei, Demario Davis ein) und abermals eine einfach dominante Leistung.

Wenn das Werk einmal zu laufen beginnt, schaut Hill auch ok aus. Echter Quarterback wird er aber nicht mehr. Teilweise sieht er sehr verloren aus, wenn er nicht sofort loslaufen oder einen schnellen Pass werfen darf. Konservatives Spiel geht nur eine bestimmte Zeit lang gut. Aber solang sie gewinnen, darf man sich wohl nicht zu sehr aufregen.

Atalanta Falcons (3-7) 9:24 New Orleans Saints (8-2)

Newton gegen sein altes Ich

Die New England Patriots waren bei den Houston Texans zu Gast – und viel gab es nicht zu lachen. Quarterback Cam Newton musste sich der jüngeren Version seines Spielstils in Form von Deshaun Watson geschlagen geben. Der Quarterback der Houston Texans spielte so wie man es früher von Newton gewohnt war, sorgte mit Läufen und tiefen Bällen für Probleme in der Defensive der Patriots. Allein in der ersten Halbzeit zerlegte Watson New England mit 241 Yards (18/23) und zwei TDs bei vier Carries für 30 Yards samt TD im Alleingang. Auch nach der Pause wurde Watsons (344 Yards, zwei TDs, 28/37) Spiel nicht schlechter, er war der Grund, warum Houston New England mit 20:27 besiegen konnte.

Newton schien von seinem Gegenüber inspiriert zu sein und sorgte mit 365 Yards (26/40) samt Touchdown auf Damiere Byrd (sechs Receptions, 132 Yards) für seine wohl beste Leistung als Patriot. Gegen eine ungewöhnlich aggressive Defensive samt verbesserten Pass Rush der Texans (zwei Sacks) konnte er aber nichts machen.

New England muss sich langsam auf ein Saisonende zu Neujahr einstellen, für Houston geht es auch nicht mehr um viel.

New England Patriots (4-6) 20:27 Houston Texans (3-7s)

Defensive > Offensive

Wie schon in der letzten Woche, meinte es der Wettergott bei einem Browns-Spiel nicht unbedingt gut. Im starken Regen Ohios machten beide Teams den ein oder anderen wetterbedingten Fehler: Philadelphias Runningback Miles Sanders (16 Carries, 66 Yards) verlor das Ei im Eröffnungsdrive kurz vor der gegnerischen Endzone, was einen Ballverlust zur Folge hatte – umgekehrt scheiterte Browns Runningback Kareem Hunt (13 Carries, elf Yards, TD) bei einem vierten Versuch an der gegnerischen 1-Yard-Linie. Es blieb also zunächst beim 0:0, ehe Carson Wentz (21/35, 235 Yards, zwei TDs, zwei INTs) wieder das Feld betrat – und einen grausame Pick-Six zu Sione Takitaki warf. Anschließend passierte lange Zeit wenig. Baker Mayfield (12/22, 204 Yards) konnte seine Mannschaft zwar besser über das Feld führen, weitere Punkte fielen aber nicht. Kein Offensiv-Touchdown für beide Teams in Hälfte eins – 7:0 Pausenstand aus Sicht der Browns.

Auch nach Seitenwechsel sorgten die Defensiv-Verbände zunächst für Big Plays: Philadelphia kam nach einem Fumble von Mayfield schnell in Ballbesitz, Wentz ließ sich die Chance diesmal nicht nehmen und fand seinen Tight End Richard Rodgers (zwei Receptions, 48 Yards, TD) in der Endzone zum 7:7 Ausgleich. Cleveland kam wiederum per Field Goal durch Cody Parkey zur neuerlichen 10:7 Führung. Nachdem sich Carson Wentz seelenruhig von den Browns in der eigenen Endzone zum Safety sacken hat lassen, wurde der Vorsprung auf 12:7 ausgebaut.

Irgendwann griff der Gameplan der Browns (Nick Chubb – 20 Carries, 144 Yards) und die Offensive kam in Schwung. Kareem Hunt konnte per Sprung über einen Gegenspieler für den ersten Offensiv-Touchdown der Browns sorgen. Wentz warf schlussendlich noch einen Pick, bekam aber anschließend noch einmal den Ball und konnte einen weiteren Touchdown zu Dallas Goedert (fünf Receptions. 77 Yards) beisteuern. Die Browns gewannen aber nicht nur den anschließenden Onside-Kick, sondern auch die Partie mit 22:17 und stehen nun tatsächlich mit einem Record von 7-3 auf Platz zwei der AFC North. Philadelphia muss sich langsam Gedanken machen, wie es mit Wentz weitergehen soll – solche Leistungen sind mittlerweile Standard denn Ausnahme, das darf nicht passieren (vor allem gegen eine Defensive ohne Myles Garrett, die trotzdem auf fünf Sacks und 16 Pressures kam). Generell aber kein Spiel, das man sich noch einmal ansehen sollte – außer man ist Gegner dieses Sports.

Philadelphia Eagles (3-6-1) 17:22 Cleveland Browns (7-3)

Erbärmlich, erbärmlicher, Detroit Lions

Die Carolina Panthers müssen verletzungsbedingt auf ihren eigentlichen Quarterback Teddy Bridgewater verzichten, was PJ Walker zu seinem Starting-Debüt in der NFL verhalf. Walker überzeugte im Frühjahr in der XFL und fand so den Weg zurück in die größte Football-Liga der Welt. Die Defensive Detroits sollte für Walker (24/34, 258 Yards, ein TD, zwei INTs) zunächst auch keine zu große Gefahr darstellen, rasch konnte er seine Mannschaft über das Feld führen und zu einem Touchdown durch Mike Davis (19 Carries, 64 Yards, TD) bringen. Allerdings sah man auch einige Fehler des Spielmachers: immer wieder weit überworfene Mitspieler oder gar zwei grausame Picks in die Endzone der Lions. Dennoch konnte er die Bälle verteilen und sowohl D.J. Moore (sieben Receptions, 127 Yards) als auch Curtis Samuel (acht Receptions, 70 Yards, TD) in Szene setzen. Defensiv spielten sich die Panthers ebenfalls mit der Offensive der Lions: Keine Punkte zugelassen, fünf Sacks – zwei davon durch Brian Burns – und einen Fumble gewonnen. Walkers Debüt war trotz der Picks alles andere als schlecht, vor allem wenn er einen Rhythmus fand, sah das schon recht brauchbar aus.

Die Lions sind offiziell gescheitert und zwar in allen Einzelteilen. Die Offensive um Matthew Stafford (178 Yards, 18/33) zeigte eine katastrophale Leistung, die Defensive hatte zwar zwei Picks in der Endzone, blamierte sich aber gegen einen Starting-Debütanten. Kein Laufspiel ohne D’Andre Swift, kein Passspiel ohne Kenny Golladay. Erstes Shutout seit 2009. Donnerstag ist Thanksgiving und die Saison offiziell vorbei. Fire Matt Patricia!

Detroit Lions (4-6) 0:20 Carolina Panthers (4-7)

Nächste Herbert-Show

Es mir verziehen, wenn sich Headlines von Spielen der Los Angeles Chargers Woche für Woche ähneln oder gar ident sind. Aber Justin Herbert lässt einem keine andere Wahl. Beim 34:28 Sieg seiner Chargers über die New York Jets baute der Rookie weitere Rekorde aus: Wieder ein Spiel mit mehr als zwei Touchdowns, wieder eine Partie mit mehr als 300 Yards (366 Yards, 37/49, drei TDs). Keenan Allen (16 Receptions, 145 Yards), Mike Williams (vier Receptions, 72 Yards) und Hunter Henry (vier Receptions, 48 Yards) konnten je einen Ball in der Endzone fangen. Die Chargers hatten ordentlich mit den Jets zu kämpfen – setzten sich am Ende aber doch mit 34:28 durch.

Joe Flacco kam mit seiner Offensive nach einem geblockten Punt der Jets in aussichtsreicher Feld Position zum Zug, ließ die Arbeit aber Frank Gore (15 Carries, 61 Yards, TD) und La’Mical Perine (acht Carries, 33 Yards, TD) machen – Perine brachte sein Team in Führung. Los Angeles wollte schnell antworten, kam bis in die Red Zone, nur um durch Keenan Allen an der 1-Yarrd-Linie zu fumbeln. Jetzt große Auftritt Flacco: Pick Six durch Tevaughn Campbell. Den Jets entglitt daraufhin das Spiel, LA zog davon und ließ es erst im Schlussviertel spannend werden. Flacco (15/30, 205 Yards, zwei TDs, eine INT) fand in Denzel Mims (drei Receptions, 71 Yards), Breshad Perriman (zwei Receptions, 54 Yards, ein TD) und Chris Herndon (zwei Receptions, 32 Yards, TD) seine Ballabnehmer.

Offensiv funktioniert es bei den Chargers, defensiv muss mehr kommen. Die Jets waren knapp dran, bleiben aber weiterhin sieglos und sind offiziell aus dem Playoff-Rennen.

New York Jets (0-10) 28:34 Los Angeles Chargers (3-7)

Tua draußen, Dolphins verlieren

Der Winning-Streak über fünf Spiele der Miami Dolphins ist vorüber: Die Miami Dolphins mussten sich den Denver Broncos mit 13:20 geschlagen geben. Im Mittelpunkt der Niederlage stand einmal mehr Rookie Quarterback Tua Tagovailoa (11/20, 83 Yards, ein TD), der nach einem Sack von Broncos Pass Rusher Bradley Chubb Ende des dritten Viertels zu Gunsten von Ryan Fitzpatrick auf die Bank gesetzt wurde. Fitzpatrick (12/18, 117 Yards) versuchte seine Magie spielen zu lassen, zeigte aber in den Schlussminuten mit einer kritischen Interception in der gegnerischen End Zone sein übles Gesicht. Offensiv wollte bei den Dolphins das gesamte Spiel über nichts laufen, bis auf DeVante Parker (sechs Receptions, 61 Yards, TD) war nicht viel zu holen.

Denver spielte cleverer, verstand es ständigen Druck auf Miamis Line auszuüben und sowohl Tua als auch Fitzpatrick zu Fehlern zu zwingen. Sechs Sacks für die Einheit, die immer besser in Schuss kommt. Offensiv sorgten die Runningbacks Melvin Gordon (15 Carries, 84 Yards, zwei TDs, ein Fumble) und Phillip Lindsay (16 Carries, 82 Yards) für den Unterschied. Drew Lock (18/30, 270 Yards, eine INT) blieb weitestgehend blass. Miamis Defensive kam zwar auch zu Big Plays (Interception durch Xavien Howard, Fumble an der eigenen 1 Yard Line durch Van Ginkel an Gordon), konnte aber keinen Score selbst verbuchen – was in den vergangenen Wochen gerne den Unterschied machte. Tua soll kommende Woche gegen die Jets zurückkommen – einen Rookie auf Grund seiner Leistung zu benchen stellt trotzdem den ersten sichtbaren Fehler in der Coaching-Philosophie von Dolphins-Head Coach Brian Flores dar. Ein Dämpfer im Playoff-Rennen der Dolphins, die Broncos zeigen nach den vielen schweren Verletzungen im Team weiterhin Herz.

Miami Dolphins (6-4) 13:20 Denver Broncos (4-6)

Jö, die Cowboys sind wieder da

Nach der Bye-Week sind nun auch die verletzungsbedingten Quarterback-Experimente Geschichte: Dallas spielt wieder mit Andy Dalton under Center. Der ehemalige Spielmacher der Cincinnati Bengals hatte mit 203 Yards (22/32) und drei TDs bei einer Interception ebenso großen Anteil am 31:28 Erfolg seines Teams wie Amari Cooper (sechs Receptions, 81 Yards), CeeDee Lamb (vier Receptions, 34 Yards, TD) und eine Big Play Defensive. Ezekiel Elliott setzte endlich wieder ein Ausrufezeichen über das Laufspiel (21 Carries, 103 Yards) und konnte einen Ball per Receiving-TD in die Endzone tragen. Um den Catch des Abends streitet sich CeeDee Lamb mit seinem Minnesota Vikings-Kollegen Adam Thielen (acht Receptions, 123 Yards, zwei TDs). Beide Passfänger überzeugten mit hervorragender Balance und Ballgefühl.

Die Vikings spielten eine sehr gute Partie, machten aber ein paar Fehler zu viel, die am Ende dann für den Unterschied sorgten: Kirk Cousins (22/30, 314 Yards, drei TDs) und Dalvin Cook (27 Carries, 115 Yards, TD) fumbelten je einmal das Ei, wodurch Dallas auch zu neun Punkten kam. Thielen und Justin Jefferson (drei Receptions, 86 Yards, TD) waren im Passspiel fantastisch – im Duell zweier gleich starker Teams hatten sie einfach das Nachsehen gegen wachere Cowboys. Mit dem dritten Sieg ist auch Dallas weiterhin mittendrin im Rennen um den Playoff-Platz ihrer Division, Minnesota muss die sechste Niederlage einstecken.

Dallas Cowboys (3-7) 31:28 Minnesota Vikings (4-6)

Overtime-Loss für Green Bay

Ein weiterer Krimi sollte sich in Indianapolis zutragen: In der Verlängerung setzten sich die Hausherren mit 34:31 gegen die Green Bay Packers durch. Eine verrückte Partie, geprägt von vielen Strafe, starkem QB-Play und defensiven Big Plays. Für Aaron Rodgers (27/38, 311 Yards, drei TDs, INT) wäre schon alles angerichtet gewesen, sein Team bekam in der Overtime zunächst den Ball und hatte erst wenige Minuten zuvor gezeigt, dass sie schnell über das Feld marschieren konnten. Receiver Marquez Valdes-Scantling (drei Receptions, 55 Yards) verlor aber knapp bei Feldmitte nach einem Catch bzw. Tackle von Colts-Rookie Julian Blackmon den Ball – und die Colts konnten an der gegnerischen 29 Yard-Linie beginnen. Rodrigo Blankenship behielt seine Nerven und kickte seine Mannschaft zum Sieg.

Der Erfolg der Packers hängt von ihrer Defensive ab, je mehr sie stoppen kann, desto wahrscheinlicher wird ein Sieg. Diese einfache Formel beschreibt das Problem Green Bays: 420 Total Yards gegen Indianapolis zugelassen, 140 davon durch Laufspiel. Rodgers darf sich bei solch einer Defensive offensiv keinen Schnitzer leisten.

Die Colts und Philip Rivers (288 Yards, 24/36, drei TDs, eine INT) mit einem wichtigen Sieg, der auf den Erfolgen der Rookies gründet: Runningback Jonathan Taylor (22 Carries, 90 Yards) als Leadback, Michael Pittman (drei Receptions, 66 Yards, TD) als leading Receiver und Safety Julian Blackmon als Gamewinner. Darius Leonard gehört ohnehin zu den besten Linebackern der Liga, Rock Ya-Sin überzeugte mit einer weiteren starken Interception. Indianapolis hat die gegenteiligen Probleme Green Bays: Die Defensive trägt das Team, die Offensive muss liefern. Beide Teams jetzt bei 7-3.

Green Bay Packers (7-3) 31:34 Indianapolis Colts (7-3) (Martin Senfter, 23.11.2020)