Bereits 2018 wurde für die Freiheit von Mehmet Baransu demonstriert.


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Istanbul/Ankara – In der Türkei ist ein bekannter Enthüllungsjournalist zu langer Haft verurteilt worden. Ein türkisches Gericht verhängte am Montag eine Gefängnisstrafe von 17 Jahren und einem Monat gegen Mehmet Baransu, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.

Baransu habe unter anderem die Staatssicherheit betreffende geheime Dokumente veröffentlicht, schrieb Anadolu unter Berufung auf das Gericht. Der Journalist der mittlerweile eingestellten Zeitung Taraf sei in insgesamt vier Anklagepunkten schuldig gesprochen worden.

Als Aufdecker bekannt

Baransu war im Jahr 2010 durch die Aufdeckung angeblicher Putschpläne des Militärs bekanntgeworden. Das Urteil bezieht sich auf einen Artikel Baransus aus dem Jahr 2013. In dem behauptet der Journalist, die Regierung unter dem damaligen Premier und heutigen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan habe 2004 die Bewegung des religiösen Predigers Fethullah Gülen ins Visier genommen. Erdogan und Gülen standen sich bis zum Bruch über Jahre sehr nah. Die türkische Regierung macht den Ex-Verbündeten Erdogans und seine Anhänger für den Putschversuch von 2016 verantwortlich.

Der Anwalt Baransus habe bis zuletzt Freispruch für seinen Mandanten gefordert. Die Staatsanwaltschaft hingegen hatte in der Anklageschrift eine Haftstrafe zwischen 30 und 50 Jahren gefordert, hieß es. (APA/dpa, 23.11.2020)