So nahe wie in diesem nicht maßstabsgetreuen Modell werden Jupiter und Saturn einander zum Glück nicht kommen, doch sie werden für kurze Zeit ein spektakuläres Duo abgeben.
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Mit astronomischen Highlights hat 2020 hierzulande gegeizt. Das größte des Jahres steht uns aber immerhin noch bevor, nämlich die enge Begegnung von Jupiter und Saturn am 21. Dezember. Natürlich ist es nur eine scheinbare Enge: Jupiter kreist im Schnitt 5,2 Mal weiter draußen als die Erde um die Sonne, Saturn hingegen fast doppelt so weit, nämlich 9,5 Mal. Optisch werden die beiden Gasriesen einander aber so nahe kommen wie schon lange nicht mehr, nämlich "auf nur etwa ein Fünftel des Durchmessers, mit dem uns der Mond am Himmel erscheint", sagt Alexander Pikhard von der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA)

Langsame Annäherung

Ab Anfang Dezember verringert sich von Abend zu Abend der Abstand zwischen Jupiter und Saturn, ehe es am 21. dann zur Begegnung kommt. Dann kann man die beiden größten Planeten des Sonnensystems mit freiem Auge in der Abenddämmerung tief im Südwesten als markantes enges Doppelgestirn sehen – gutes Wetter vorausgesetzt. Nach dem 21. Dezember zieht der schnellere Jupiter dem langsameren Saturn davon, und bald nach dem Jahreswechsel endet ihre gemeinsame Sichtbarkeit.

Selbst beim Blick durchs Fernrohr und weit mehr als 100-facher Vergrößerung bleibt die enge Begegnung im Bildfeld. Auf beeindruckenden Bildern wird man dann Jupiter mit seinen vier hellen Monden und seinen Wolkenbändern sowie Saturn mit seinen Ringen und seinen hellsten Monden auf einen Blick sehen, freut sich Pikhard: "Das wird es erst in 60 Jahren wieder zu sehen geben. Hoffen wir auf gutes Wetter."

Nur alle 20 Jahre kommt es zu einem solchen Rendezvous, und nicht alle sind so eng wie das heurige. Die nächste Begegnung von Jupiter und Saturn findet am 31. Oktober 2040 statt, aber sie wird einen größeren Abstand halten und nur sehr ungünstig zu beobachten sein. Erst am 15. März 2080 kommt es in den frühen Morgenstunden wieder zu einer ähnlich engen Annäherung der beiden Planeten wie heuer, haben die Experten berechnet.

Gefunkel im Advent

Bereits Mitte Dezember wartet zudem der Meteorstrom der Geminiden auf Beobachter: Dann zieht die Erde nämlich wieder durch die Trümmerspur, die der bröckelnde Asteroid Phaethon auf seiner Bahn hinterlassen hat. In der Nacht auf den 14. Dezember erreichen die Geminiden unter günstigsten Bedingungen – also Neumond – ihr Maximum.

"Die Geminiden sind der verlässlichste und auch meistens der schönste Meteorstrom", so Pikhard. Allerdings fällt das Beobachten in der kalten Jahreszeit und wegen der häufig vorkommenden Hochnebellagen im Flachland deutlich schwerer als etwa bei den sommerlichen Perseiden. Abseits vom störenden Licht größerer Siedlungen erwarten die Experten zwischen 22.00 und 6.00 Uhr mehr als 100 Sternschnuppen pro Stunde, mit einem Spitzenwert von fast 150 gegen 2.00 Uhr. (APA, red, 29. 11. 2020)