Die Polizei hat eine Bande geschnappt, die 4.500 Handys gestohlen haben soll.

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3.500 iPhones sollen dabei gewesen sein.

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Korneuburg/Wien/Bukarest – Am 8. Dezember des Vorjahrs waren bei einem spektakulären Einbruch in die Lagerhalle eines Mobilfunkbetreibers im Bezirk Korneuburg 4.500 hochpreisige Handys gestohlen worden, darunter 3.500 iPhones. Die Wiener Polizei berichtet nun, dass vier Rumänen im Alter von 25 bis 55 Jahren festgenommen wurden.

Zwei Verdächtige davon sind wegen des Coups bereits im November in Eisenstadt noch nicht rechtskräftig verurteilt worden: Ein 55-Jähriger zu vier Jahren Haft, ein 28-Jähriger zu fünfeinhalb. Die Polizei ist nun an die Öffentlichkeit gegangen, um eventuell doch noch Hinweise auf das Diebesgut zu erhalten. Von diesem fehlt nämlich nach wie vor jede Spur.

Die vier Männer, die in Eisenstadt hinter Gittern sitzen, schweigen eisern und haben bereits Top-Anwälte engagiert.

Filmreifer Coup

Ausgerüstet mit Klettergurten und -seilen hatten es die Einbrecher aufs Dach geschafft, wo sie sich über eine Luke in die gesicherte Lagerhalle des Telekombetreibers abseilten. Danach verwendeten sie selbstangefertigte Seilzüge, um die 4.500 Mobiltelefone, die immerhin ein Gesamtgewicht von 1,9 Tonnen hatten, aufs Dach zu bringen. Von dort wurde das Diebesgut über eine Seilrutsche über den Zaun außerhalb des Areals gebracht.

Der Coup setzte laut Exekutive eine lange Planung und ein hohes Maß an Professionalität voraus. So mieteten die Männer ein eigenes Lager in einiger Entfernung zum Tatort an, das sie für die Vorbereitung, aber auch die Zwischenlagerung des Diebesguts nutzten. Die Handys wurden danach in diverse Behältnisse verpackt und außer Landes gebracht. Von den Geräten fehlt bis heute jede Spur. Es sind bisher nur einzelne Handys in Serbien und Rumänien aufgetaucht, sagte Polizeisprecher Christopher Verhnjak.

Verdächtige schweigen

Die vier Verdächtigen im Alter von 25, 28, 47 und 55 Jahren wurden nach umfangreichen Ermittlungen des Landeskriminalamts Wien ausgeforscht. Unterstützt wurden sie vom LKA Burgenland und der rumänischen Staatsanwaltschaft Arad. Die Rumänen sind schwer einschlägig vorbestraft und werden europaweit "bis Skandinavien" per Haftbefehl gesucht.

Die "Profis" haben bei ihren Vernehmungen bisher keinerlei Angaben zum Verbleib des Diebesguts oder zur Tatbegehung gemacht. Sie verweigerten jegliche Aussagen und haben sich kostspielige juristische Unterstützung durch Staranwälte gesichert. (APA, 1.12.2020)