Er könnte dereinst ein Sammlerstück werden: der Ikea-Katalog. Ab nächstem Jahr soll es ihn nicht mehr geben.

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Das Billy-Regal im Ikea-Katalog suchen, das Sofa Klippan ebendort nachschlagen? Vorbei. Nach 70 Jahren verzichtet der schwedische Möbelhändler Ikea künftig auf seinen gedruckten Katalog. Das Unternehmen will seine Produkte künftig vor allem auf digitalen Wegen vorstellen, wie sich aus einer Mitteilung der deutschen Ikea-Gesellschaft vom Montag erhellt. "Die Entscheidung ist eine Folge des veränderten Medienkonsums und Verbraucherverhaltens", erklärte Ikea-Manager Konrad Grüss.

Ikea-Gründer Ingvar Kamprad (er ist 2018 gestorben) hatte den ersten Katalog 1951 noch selbst zusammengestellt. Zwischenzeitlich erreichte das Druckwerk im Jahr 2016 die weltweite Rekordauflage von 200 Millionen Exemplaren, übersetzt in 32 Sprachen. Vorübergehend war es das meist gedruckte Buch der Welt, vor Bibel und Koran, daran erinnerte angesichts der Einstellung die "Financial Times".

Online vor Print

Im umsatzstärksten Markt Deutschland waren voriges Jahr noch 23 Millionen Kataloge unter die Leute gebracht worden. Der aktuelle – und wohl letzte – Katalog hat nur noch eine Gesamtauflage von 8,5 Millionen Exemplaren.

In der Corona-Pandemie hat Ikea seinen Online-Umsatz stark gesteigert – bei gleichzeitig monatelang geschlossenen Einrichtungshäusern. Auf dem deutschen Markt kletterte der Anteil des im Internet erzielten Umsatzes im Geschäftsjahr 2019/2020 (Ende August) von 9,4 auf 16,2 Prozent. (APA, 7.12.2020)