Frauen und Männer verrichten fast zu gleichen Teilen Arbeit im Homeoffice.

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Wien – Das dritte Quartal dieses Jahres, also Juli bis September, war ein von der Corona-Krise vergleichsweise mild betroffenes. Das zeigt sich auf dem Arbeitsmarkt, wie die jüngsten Zahlen der Statistik Österreich belegen. Die Beschäftigtenzahl hat sich erholt und stieg im Vergleich zum Vorquartal um 146.200 beziehungsweise 3,5 Prozent. Verglichen mit dem dritten Quartal 2019 waren aber 31.100 Menschen weniger in Beschäftigung. Die Zahl der offenen Stellen brach verglichen mit dem Vorjahresquartal um ein Fünftel ein. Arbeitslose gab es um 59.600 mehr als im Jahr davor.

Im Homeoffice waren 700.900 Menschen – damit hat fast ein Fünftel (19,6 Prozent) aller Erwerbstätigen Telearbeit verrichtet, berichtete die Statistik Austria am Mittwoch. Gegenüber dem Vorquartal entsprach das einem Minus von elf Prozentpunkten. Allerdings: Rein Corona-bedingt haben nur noch 8,5 Prozent der Erwerbstätigen von zu Hause aus gearbeitet. Auch im dritten Quartal setzte sich der Trend fort: Mit steigendem Bildungsniveau und höherer beruflicher Qualifikation wird häufiger von zu Hause aus gearbeitet.

Frauen und Männer werden gleicher

Frauen und Männer haben sich seit dem zweiten Quartal angeglichen und verrichteten annähernd zu gleichen Teilen Telearbeit. Zu den Branchen mit den höchsten Homeoffice-Anteilen zählten Information und Kommunikation (59,3 Prozent), Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (44,8 Prozent) sowie Erziehung und Unterricht (40 Prozent). Den größten Rückgang bei Corona-bedingtem Homeoffice wiesen Erwerbstätige in Erziehung und Unterricht (minus 39,6 Prozentpunkte) sowie Personen in akademischen Berufen (minus 27,7 Prozentpunkte) auf.

Im laufenden vierten Quartal dürften wegen des Lockdowns wieder mehr Menschen von zu Hause aus gearbeitet haben als im dritten Quartal. Derzeit verhandeln die Sozialpartner neue, langfristige Regeln für das Homeoffice, die ab dem kommenden Jahr gelten sollen. Der pandemiebedingte Schub bei dieser Arbeitsform macht das notwendig.

Arbeitslosigkeit im Jahresabstand: plus 30 Prozent

Die Zahl der Arbeitslosen nach internationaler Definition stieg seit dem zweiten Quartal 2020 nur leicht auf 263.300 Personen. Im Vergleich zum dritten Quartal 2019 lag die Arbeitslosigkeit Corona-bedingt aber um fast 30 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Arbeitslosenquote nach ILO-Definition landete bei 5,7 Prozent und war damit um 1,3 Prozentpunkte höher als im Vorjahr.

Männer und Frauen waren nahezu gleich häufig von Arbeitslosigkeit betroffen. Überdurchschnittlich stark stieg die Arbeitslosenquote bei Personen mit maximal Pflichtschulabschluss, bei Akademikerinnen und Akademikern am wenigsten. (APA, 9.12.2020)