Bundesweit gibt es laut Verkehrsministerium rund 4.400 weiße Flecken.

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Der Aufsichtsrat des deutschen staatlichen Lkw-Mautbetreibers Toll Collect hat der Gründung einer neuen Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (MIG) zugestimmt. Der Start der Gesellschaft erfolge im Jänner, sagte ein Sprecher des deutschen Verkehrsministeriums am Mittwoch.

Die neue Gesellschaft ist eine Tochter von Toll Collect. Sie soll den Ausbau des Mobilfunks in Gebieten mit einem bisher schlechten Mobilfunkempfang vorantreiben und ein vom deutschen Staat aufgesetztes, mit 1,1 Milliarden Euro dotiertes Förderprogramm betreuen.

Nach einer Übersicht der Bundesnetzagentur von Oktober sind zwar 96,5 Prozent der Fläche in Deutschland mindestens von einem Mobilfunknetzbetreiber mit 4G versorgt. Das bedeutet aber auch: Vor allem in dünn besiedelten Gebieten gibt es immer noch "weiße Flecken" mit gar keinem oder einem schlechten Empfang. Für die Betreiber ist der Ausbau unwirtschaftlich, weil sie dort kaum neue Kunden gewinnen können.

4.400 weiße Flecken

Bundesweit gibt es laut Verkehrsministerium rund 4.400 weiße Flecken. Um diese zu schließen, seien bis zu 5.000 Standorte für neue Mobilfunkmasten notwendig. Dabei soll gelten: Wo 4G möglich ist, soll später auf 5G umgeschaltet werden. Um den Ausbau voranzutreiben, legt der Bund ein Förderprogramm auf mit einem Volumen von 1,1 Milliarden Euro. Die EU muss das Programm noch genehmigen. Bei der Umsetzung soll die neue MIG eine Schlüsselrolle einnehmen.

Die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft mit Sitz in Naumburg in Sachsen-Anhalt soll im Jänner offiziell ihre Arbeit aufnehmen. Die Gesellschaft soll vor allem die Kommunen entlasten, im Ministerium ist von einem "Rundum-sorglos-Paket" die Rede. Denn die Suche nach Standorten sowie Genehmigungsverfahren sind aufwendig. (APA/dpa, 17.12.2020)