Besonders im unteren Einkommenssegment führen häufigere Jobwechsel meist zu Einkommensverlusten.
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Einen Job dauerhaft zu behalten macht sich in Österreich durchaus bezahlt, denn ganzjährig Vollzeitbeschäftigte konnten ihre Bruttojahreseinkommen in den vergangenen 15 Jahren um neun Prozent steigern – und zwar nach Abzug der Inflation. Allerdings sind im selben Zeitraum die Realeinkommen aller unselbstständig Beschäftigten gerade einmal stagniert, wie aus dem Einkommensbericht 2020 des Rechnungshofs hervorgeht.

Wie stark sich der Faktor einer durchgängigen Beschäftigung auswirkt, zeigt sich vor allem bei der Betrachtung niedriger Einkommen. Bei den niedrigsten zehn Prozent der Bruttoeinkommen sank der Verdienst inflationsbereinigt im Mittel von 2004 bis 2019 um 14 Prozent. Anders bei jenen mit ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung: Sie konnten im selben Zeitraum einen Zuwachs um zwölf Prozent verbuchen.

Damit setzt sich die Spaltung des Arbeitsmarktes weiter fort: Relativ gut bezahlten, fixen Jobs stehen Stellen mit häufigen Unterbrechungen gegenüber, die schlecht entlohnt sind. Und diese werden immer mehr, nicht zuletzt wegen der Zuwanderung in den Niedriglohnsektor aus Osteuropa – was in diesen Bereichen den Lohndruck weiter erhöht.

Frauen holen auf

Seit Jahren schneiden Frauen bei der Einkommensentwicklung besser ab, allerdings schließt sich die Einkommensschere dennoch nur sehr schleppend. Seit 1998 steigerten weibliche Unselbstständige ihr Bruttorealeinkommen um sieben Prozent, während Männer nur einen Zuwachs um einen Prozentpunkt verbuchen konnten. Allein, in absoluten Zahlen verdienen Männer im Mittel immer noch 35.841 Euro, während sich Frauen mit 22.808 Euro begnügen müssen. Das sind um 36 Prozent weniger, wobei das Minus auch den höheren Anteil an Teilzeitbeschäftigung bei Frauen widerspiegelt.

Jene Eigenschaften, die in Österreich unselbstständig Beschäftigten zu einem finanziell gut abgesicherten Leben verhelfen, vereinigen am ehesten Beamte: Es gibt einen höheren Akademikeranteil als in anderen Gruppen, sie sind im Durchschnitt älter, arbeiten seltener in Teilzeit und wechseln selten den Job – und geschlechterspezifische Einkommensunterschiede gibt es unter Beamten auch nur in geringem Ausmaß. So kommt es, dass sie gut doppelt so viel verdienen wie das mittlere Bruttojahreseinkommen aller unselbstständig Beschäftigten von 29.458 Euro. Zum Vergleich: Arbeiter als schwächste Erwerbsgruppe kommen nur auf 21.961 Euro. (aha, 18.12.2020)