Die Schweizer Radiobranche verabschiedet sich 2022/2023 von ihren UKW-Sendern.

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In der Schweiz hat sich die Radiobranche darauf geeinigt, in den Jahren 2022 und 2023 den Umstieg von UKW auf die digitale Verbreitung via DAB+ zu vollziehen. Die Mitglieder der Radioverbände und der SRG haben dem Vorgehen zugestimmt, berichtete persoenlich.com am Montag. Der Entscheid ist demnach in allen Landesteilen mit großer Mehrheit zustande gekommen.

Die rechtliche Grundlagen für den Umstieg von der analogen UKW-Technologie zu DAB+ hat der Bundesrat geschaffen. Er gewährt er den Radioveranstaltern während der Übergangsphase bis zur UKW-Abschaltung eine finanzielle Unterstützung für die DAB+-Verbreitung. Der Abschaltplan sieht vor, dass die SRG ihre UKW-Sender im August 2022 außer Betrieb nimmt. Im Januar 2023 werden demnach die privaten Radiostationen ihre UKW-Sender vom Netz nehmen.

Der UKW-Ausstieg erfolge aufgrund der positiven Signale aus dem Markt und der Entwicklung der Nutzungszahlen, heißt es in dem Bericht. Laut einer Erhebung von GfK Switzerland vom Frühling 2020 ist die digitale Radionutzung in der Schweiz seit Herbst 2015 um 22 Prozentpunkte gestiegen. Demnach werden täglich 71 von 100 Radiominuten auf digitalem Weg empfangen. Gleichzeitig ist die UKW-Nutzung um 22 Prozentpunkte auf 29 Prozent gesunken. Auch im Auto machen die Radionutzung über DAB+ und Internet-Radio zusammen mittlerweile 55 Prozent der Gesamtnutzung aus. (red, 21.12.2020)