Die wohl einfachste und nachhaltigste Spiel-Idee für kleine Kinder: ein leerer Karton.

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Schon wieder Lockdown. Schon wieder die Kinder daheim. Und das mitten in der grauslichsten Zeit des Jahres, wo man nicht lange draußen bleiben kann. Der Jänner ist auch ohne Corona nur schwer zu ertragen. Der Zauber von Weihnachten ist verflogen, es ist dunkel und kalt. Angesichts der nicht sinkenden Infektionszahlen werden auch Museen, Indoorspielplätze oder Thermen noch für eine ganze Weile geschlossen bleiben. Viele Eltern fragen sich dieser Tage: Was tue ich mit den Kindern, die sich bereits chronisch langweilen und nur noch vor dem Fernseher lümmeln?

Fakt ist: Kleine Kinder schaffen es noch nicht, sich stundenlang alleine zu beschäftigen. Und auch den größeren fällt allmählich die Decke auf den Kopf, was nicht selten zu Zoff und schlechter Stimmung innerhalb der Familie führt.

Wie übersteht man den Corona-Winter, wenn sogar der Spielplatz flachfällt? Wie bleibt man psychisch noch stabil, nachdem man sich bereits seit Monaten zwischen Homeoffice, Homeschooling und Kinderbespaßung zerreißt? Zum einen, indem man etwa die Medienzeit nicht ganz so streng sieht und das iPad durchaus als Freund und Helfer und nicht als Feind betrachtet. Und zum anderen, indem Eltern aktiv mit Spielideen auf die Kinder zugehen. Hier finden Sie sieben Anregungen, wie Sie Ihre Kinder in den kommenden Tagen zumindest eine Zeitlang neu beschäftigen:

Indoor-Parkour

Was man braucht: Sessel, Decken, Kissen, Zeitungspapier, Leiter, Kübel, Schnüre (ab 3 Jahren)

Mit nur wenigen Gegenständen lässt sich ein großer Bewegungsparkour durch die ganze Wohnung bauen. Dieser kann dem Alter des Kindes individuell angepasst werden. Ein paar Ideen:

– Zwei oder oder drei Stühle aneinanderreihen und eine Decke drüberwerfen, nun das Kind durchkriechen lassen. Ohne Decke können die Kinder über die Stühle klettern.

– Eine Decke auf dem Boden vor dem Sofa platzieren und das Kind herunterspringen lassen.

– Schnüre zwischen den Möbeln festbinden und das Kind durchkrabbeln lassen.

– Schnüre oder Papierblätter (verschiedene Größen) auf dem Boden mit Klebeband befestigen und das Kind springen oder balancieren lassen, der Boden darf dabei nicht berührt werden.

Karton-Upcycling

Alte Kartons verwandeln sich mit ein wenig Farbe und buntem Papier in Häuser, Autos, Piratenschiffe oder Raketen. Es ist ganz erstaunlich, wie faszinierend Kinder ihre Karton-Kreationen finden. Eine Kuscheldecke oder ein Kissen für drinnen und eine Lichterkette laden die Kleinen dazu ein, stundenlang im Karton zu verbringen – mit Hörbüchern oder Puppen.

Malen mit ungewöhnlichen Hilfsmitteln

Was man braucht: Wasser-/Acrylfarben, Pinsel (ab 2 Jahren)

Es müssen nicht immer Buntstifte oder herkömmliche Pinsel sein, wenn man die Kinder zum Malen und Zeichnen einlädt. Man kann auch mit ganz ungewöhnlichen Dingen Bilder malen. Etwa mit Zahnbürsten, Wattestäbchen, Schnüren oder Putzschwämmen. Suchen Sie gemeinsam mit Ihren Kindern diverse interessante Gegenstände im Haushalt zusammen, die sich in einen Pinsel verwandeln sollen. Dabei dürfen sich die Kinder in ihrer Kreativität völlig austoben. Eine besonders nette Idee: In Wasserfarben getunkte Murmeln, die man in einem Karton hin- und herrollen lässt, ergeben ein schönes Muster. Wer das Kunstwerk aufbehalten will, sollte vorher noch ein Papier auf den Boden des Kartons legen.

Luftballonwiese

Was man braucht: Leerer Bettbezug, Luftballons, viel Puste (ab 2 Jahren)

Diese Spielidee ist wahrscheinlich nicht die umweltfreundlichste, aber die Kinder sind damit meist über Stunden – und über Tage hinweg – beschäftigt. Im ersten Schritt brauchen die Kinder noch Hilfe, denn es müssen etwa 30 Luftballons aufgeblasen werden. Diese werden dann in einen großen Bettdeckenbezug gesteckt. Je mehr Luftballons hineinpassen, desto besser. Fertig befüllt, können Kinder auf dem wackeligen Luftballonbett spielen. Eine Idee: auf allen Vieren über die Luftballonwiese krabbeln, ohne umzufallen. Oder: mit verbundenen Augen verkehrt drauffallen lassen. Vorsicht: Hin und wieder platzt ein Ballon. Eine andere Idee: Spielzeug oder kleine Geschenke im Bezug verstecken, reinkrabbeln und suchen lassen. Hinweis: Bitte nur unter Aufsicht!

Museum

Was man braucht: Zettel, Stifte, Schere (ab 5 Jahren)

Die Museen haben geschlossen, aber Kinder können auch zu Hause ihr eigenes Museum kuratieren. Dazu bekommen sie den Auftrag, bestimmte Gegenstände aus der Wohnung auszusuchen und mit einer Beschreibung auszuschildern. Beispiele dafür sind Bilder, Bücher, Lampen oder andere Dekogegenstände. Zu den jeweiligen Gegenständen können sich ältere Kinder sogar eigene Geschichten ausdenken.

Im Anschluss werden Eintrittskarten gebastelt. Diese können ja sogar für ein paar Cent (als Aufwandsentschädigung für die ruhige Zeit) an die Erwachsenen verkauft werden. Die Kinder bieten dann Führungen durch das Museum an. Das Beste an der Spielidee: Sie kann beliebig oft wiederholt werden – etwa nur mit Spielzeug.

Spielzeug tauchen

Badewanne einfüllen, Taucherbrille aufsetzen und die Kinder Legosteine oder Spieltiere heraustauchen lassen. Hinweis: Bitte nur unter Aufsicht!

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Schatzsuche

Was man braucht: Post-its oder kleine Zettel, Stift, Süßigkeit oder kleines Geschenk als Schatz (ab 3 Jahren)

Die Schatzsuche startet in einem Raum mit dem ersten Hinweiszettel. Die Kinder werden dann kreuz und quer durch die Wohnung geschickt, wo sich weitere Hinweise verbergen –bis sie am Ende einen Schatz finden. Kinder, die noch nicht lesen können, finden auf ihren Zetteln Symbole statt Worte. Für eine 60-minütige Schatzsuche eignen sich circa zehn Stationen. Gute Verstecke: im Blumentopf, in Schränken, im Kühlschrank, unterm Teppich, Backrohr.

Beispiele für die Hinweiszettel:

– Es ist eine Brille, aber man setzt sich diese niemals auf die Nase. (Klobrille)

– Es ist viereckig, innen aber hohl und rund. (Waschmaschine)

– Es ist gelb, gebogen und schmeckt Affen gut. (Banane)

– Hinweis auf ein bestimmtes Kinderbuch, in dem der nächste Zettel versteckt wird (Nadja Kupsa, 6.1.2021)