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BBC-Hauptquartier in London.
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Die BBC, britisches Vorbild der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in aller Welt, bekommt einen neuen Vorsitzenden: Die Regierung von Boris Johnson bestätigte die Nominierung von Richard Sharp, einem früheren Banker bei Goldman Sachs und Großspender für die regierende konservative Partei.

Richard Sharp, nächster Chairman der BBC.
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Kulturminister Oliver Dowden gab Sharp die Aufgabe mit auf den Weg: "beschleunigte Reformen" – und das meint insbesondere ein neues Finanzierungsmodell. Die BBC wird bisher in Großbritannien werbefrei alleine von Rundfunkgebühren finanziert. Die ohnehin traditionell BBC-kritischen britischen Konservativen haben unter Boris Johnson die Angriffe auf die Rundfunkanstalt verschärft. Die Gebührenfinanzierung wird (erneut) infrage gestellt, ein Abomodell geistert durch die Debatte.

Sharp hat bei Goldman Sachs mit dem heutigen Finanzminister Rishi Sunak zusammengearbeitet und beriet Sunak zuletzt.

Der Chairman steht dem BBC Board vor, das laut BBC-Charter die Unabhängigkeit der BBC wahren soll und die Funktionsfähigkeit der britischen Rundfunkanstalt gewährleisten soll. Der Chairman ist zuständig für den Bestellungsprozess des BBC-Generaldirektors und kann diesen auch abberufen.

Im Herbst 2020 trat Tim Davie als neuer BBC-Generaldirektor an. (red, Reuters, 6.1.2021)