Burns leitet aktuell einen Thinktank zum Thema Internationaler Frieden.

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Washington – Der langjährige US-Karrierediplomat William Burns soll neuer CIA-Direktor werden. Der designierte Präsident Joe Biden wird Burns für den Posten an der Spitze des Auslandsgeheimdiensts der Vereinigten Staaten nominieren, wie Bidens Mitarbeiterstab am Montag mitteilte.

Burns sei ein krisenerprobter Beamter, der sich in seiner Karriere dafür eingesetzt habe, die Sicherheit der Amerikaner zu gewährleisten, erklärte Bidens Übergangsteam, das den Einzug des Demokraten ins Weiße Haus in eineinhalb Wochen vorbereitet. Der Senat muss die Besetzung wichtiger Schlüsselposten bestätigen. Dazu zählt auch Burns' Berufung zum CIA-Chef.

US-Leiter beim Iran-Atomdeal

Biden kennt Burns besonders gut aus seiner Zeit als Vizepräsident unter Barack Obama. Burns war damals mehrere Jahre lang stellvertretender Außenminister. Derzeit ist er Vorsitzender der renommierten Carnegie Stiftung für Internationalen Frieden, einer auf Außenpolitik spezialisierten überparteilichen Denkfabrik.

Burns leitete für die USA die Geheimgespräche, die den Weg für das Wiener Atomabkommen mit dem Iran von 2015 ebneten. Aus diesem war Obamas Nachfolger Donald Trump im Jahr 2018 ausgestiegen. Ob Biden sich dem aktuell nur von Russland, China und den europäischen Staaten Großbritannien, Frankreich und Deutschland getragenen Abkommen wieder anschließt, gilt als offen.

"Die NATO braucht Österreich"

Burns vertrat zwischen 2005 und 2008 die USA als Botschafter in Russland. Davor war er US-Botschafter bei der NATO, und ließ im August 2003 – wenige Monate nach der umstrittenen US-Invasion im Irak – beim Forum Alpbach mit dem Vorschlag aufhorchen, Österreich solle dem nordatlantischen Bündnis beitreten.

"Es ist egal, wie groß euer Heer ist", meinte Burns damals, "Im Kosovo und in Afghanistan leisten bzw. leisteten eure Truppen hervorragende Arbeit!" Jeder NATO-Partner würde nur solche Aufgaben erhalten, denen er auch gewachsen sein könnte, versicherte der Botschafter. "Wie immer sich Österreich entscheidet", so der US-Diplomat, "die NATO braucht auch Österreich. Euer Land ist uns immer willkommen." (APA/Reuters, red, 11.1.2021)