Die Frisuren sitzen – auch während des Lockdowns erstaunlich gut.

Foto: AP/ Martin Meissner

Düsseldorf – Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks hat in einem offenen Brief an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) seinen Unmut über im Corona-Lockdown frischfrisierte Fußballprofis geäußert. Die "Bild"-Zeitung berichtete am Dienstag über ein dementsprechendes an den DFB-Präsidenten Fritz Keller gerichtetes Schreiben.

"Mit großer Verwunderung mussten wir daher an den vergangenen Spieltagen feststellen, dass ein Großteil der Fußballprofis sich mit frischgeschnittenen Haaren auf dem Platz präsentierte: einrasierte Scheitel, auf wenige Millimeter getrimmtes Nacken- und Schläfenhaar, saubere Konturen. Frisuren, die nur professionelle Friseurinnen und Friseure mit Profi-Equipment schneiden können."

Branche unter Druck

Damit sei eine ganze Branche unter Druck gesetzt geworden. "Viele Friseurbetriebe sind in ihrer Existenz bedroht, Beschäftigte und Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber müssen derzeit mit Kurzarbeitergeld oder ganz ohne Einkommen zurechtkommen. Der Unmut gegenüber topgestylten Fußballern und in der Folge Kundenanrufen, die zu Schwarzarbeit und Regelverstößen wie Hausbesuchen überreden wollen, wächst", heißt es weiter in dem offenen Brief.

Es sei ein großes Privileg, dass der Profifußball während einer Pandemie weiter stattfinden dürfe. "Wir appellieren daher an Sie und den DFB: Zeigen Sie in Zeiten wie diesen Solidarität und setzen Sie mit uns ein Zeichen gegen Schwarzarbeit. Lassen Sie uns den Weg der Pandemiebekämpfung gemeinsam gehen."

Die Salons des deutschen Friseurhandwerks sind seit dem 16. Dezember 2020 im Zuge der Pandemiebekämpfung geschlossen. Auch in Österreich sind die Friseurstudios während des dritten Lockdowns geschlossen. Der Ligabetrieb startet hierzulande nach kurzer Winterpause bereits wieder am 22. Jänner (mit dem Spiel Rapid vs. Sturm) und damit noch vor Ende des Lockdowns. Man darf gespannt sein, mit welcher Haarpracht sich die Kicker dann präsentieren. Eine Renaissance des Vokuhila ist nicht wahrscheinlich, aber auch nicht komplett auszuschließen. (APA, dpa, red, 12.1.2021)