Kelly Craft sprach per Video mit Taiwans Präsidentin Tsai Yin-wen.

Foto: The United States Mission to the United Nations via AP

Taipeh – Nach der kurzfristigen Absage ihrer Reise nach Taiwan hat die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Kelly Craft, am Donnerstag eine Videokonferenz mit der taiwanischen Präsidentin Tsai Yin-wen abgehalten. In dem Gespräch sei es darum gegangen, dass Taiwan in vielen Feldern "ein Vorbild für die Welt" sei, schrieb die UN-Botschafterin auf Twitter. Dies habe sich auch im Kampf gegen die Corona-Pandemie gezeigt.

Taiwan habe bei Gesundheit, Technologie und innovativer Wissenschaft etwas zu bieten, so die US-Botschafterin. "Ich habe gegenüber Präsidentin Tsai klar gemacht, dass die USA hinter Taiwan stehen", schrieb Craft. Als Stützpfeiler der Demokratie stünden die USA Schulter an Schulter mit Taiwan. Bedauerlicherweise könne das Land wegen der Blockade Pekings nicht seine Erfolge im Kampf gegen das Virus in UN-Foren wie der Weltgesundheitsversammlung (WHA) teilen. "Wenn die Pandemie uns etwas gelehrt hat, dann dass mehr Information, mehr Transparenz Teil der Antwort ist."

Proteste aus Peking

Der Besuch der UN-Botschafterin war eigentlich für diese Woche geplant, wurde aber im Zuge des Machttransfers in Washington abgesagt. Es wäre die erste Visite dieser Art seit 1968 gewesen. Chinas Regierung hatte im Vorfeld bereits heftig protestiert. Die kommunistische Führung sieht das heute demokratische Taiwan als Teil der Volksrepublik an, obwohl es nie dazu gehört hat.

Die ausgehende US-Regierung hatte mit dem Besuch die "starke und anhaltende Unterstützung der USA für Taiwans internationalen Spielraum bekräftigen" wollen. Allerdings hätte er auch die Spannungen mit China verschärft. Peking hatte die USA aufgefordert, weder die Beziehungen zu Taiwan aufzuwerten noch die militärische Kooperation zu stärken. Zuvor hatte die US-Regierung aber verkündet, künftig offizielle Kontakte zu Taipeh pflegen zu wollen. (APA, 14.,1.2021)