Mitarbeiter in den Bereichen Software Engineering & Web Development und IT Security sind stark gefragt.

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Der Arbeitsmarkt ist seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie stark angespannt, die Arbeitslosenzahlen steigen seit Monaten. Dennoch gibt es Branchen, in denen nach wie vor akuter Fachkräftemangel herrscht. Das zeigt auch der aktuelle Branchenausblick des Fachverbands Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT (UBIT) der Wirtschaftskammer, der am Donnerstag präsentiert wurde.

Lockdown und Homeoffice haben zu einem Digitalisierungsschub in den Unternehmen geführt. Damit diese Entwicklung auch als Chance für das eigene Unternehmen genutzt werden kann, brauche es einerseits weitere finanzielle Unterstützung und stärkere Investitionen in den Breitbandausbau, andererseits auch die richtige Manpower und Expertise. Doch an solcher fehle es hierzulande immer mehr. In Österreich beläuft sich der Fachkräftemangel laut einer Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI) mittlerweile auf 24.000 Personen. Das bedeutet einen Wertschöpfungsverlust von rund 3,8 Milliarden Euro für den österreichischen Wirtschaftsstandort pro Wirtschaftsjahr. Unternehmen können ihre offenen internen IT-Positionen nur zu durchschnittlich 77 Prozent füllen.

Fachkräfte fehlen

"Unsere Unternehmen leiden unter dem IT-Fachkräftemangel enorm, und Österreich gehört zu den negativen Spitzenreitern im EU-Vergleich", hält Martin Zandonella, Obmann-Stellvertreter des Fachverbands UBIT, fest. "Dabei fehlen die meisten Fachkräfte in Bereichen, die Österreichs Wirtschaft jetzt am dringendsten benötigt: Software Engineering & Web Development und IT Security."

In Oberösterreich fehlen laut IWI-Studie mit 7.200 IT-Spezialisten (30 Prozent des Gesamtbedarfs in Österreich) die meisten Fachkräfte, gefolgt von Wien (6.000, 25 Prozent), der Steiermark (4.400, 18 Prozent), Tirol und Vorarlberg (2.600, 11 Prozent), Niederösterreich (2.500, zehn Prozent) und Kärnten, Salzburg und dem Burgenland (1.700, sieben Prozent). "Die IT-Kompetenzen, die das Bildungssystem vermittelt, reichen bei weitem nicht aus, um Österreich fit für die digitale Zukunft zu machen. Bleibt die Politik weiterhin untätig, ändert sich am Fachkräftemangel nichts, und das wird dem österreichischen Wirtschaftsstandort nachhaltig schaden", ergänzt Zandonella.

"Die Coronavirus-Pandemie hat brutal gezeigt, wo noch Aufholbedarf herrscht. Gerade jetzt muss investiert werden: in Sicherheit, in Infrastruktur und in Expertise", unterstreicht Alfred Harl, Obmann des Fachverbands. (red, 14.1.2021)