FFP2-Masken: Korrekt verwenden und regelmäßig im Backofen trocknen

Sie filtern bis zu 94 Prozent der Aerosole, wenn sie richtig sitzen: FFP2-Masken. Unter bestimmten Umständen können sie auch wiederverwendet werden

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Eine FFP2-Maske für jeden Wochentag – das wäre eine hygienische Lösung. Denn in der Zwischenzeit sterben die Viren ab, zeigt ein deutsches Forschungsprojekt.

Foto: AFP

Die Rolle der FFP2-Maske in der Bekämpfung der Pandemie wird immer wichtiger. In Bayern gilt ab Montag FFP2-Masken-Pflicht in Öffis und an stark frequentierten Plätzen. Und auch in Österreich werden FFP2-Masken ab 25. Jänner verpflichtend – und zwar im Handel und in den öffentlichen Verkehrsmitteln. "Der Mund-Nasen-Schutz ist gut, aber die FFP2-Maske ist massiv besser", erklärte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) dazu.

Der große Vorteil dieser Masken: Sie filtern mindestens 94 Prozent der Aerosole aus der Luft. Das wird zuvor anhand der europäischen Norm DIN EN 149:2001+A1:2009 getestet, sie ist auf die Maske aufgedruckt – ebenso wie das CE-Kennzeichen und die vierstellige Kennnummer jener Stelle, die die Prüfung des Produkts durchgeführt hat, etwa der TÜV. Mit dem CE-Zeichen belegen die Hersteller, dass ihr Produkt allen Normen und Gesetzen entspricht.

Konkret wird in den Produkttests überprüft, wie viele der kleinsten Tröpfchen mit rund 0,6 Mikrometern es durch die Maske schaffen. Das Material der FFP2-Masken ist elektrostatisch geladen. Damit wird erreicht, dass die Masken luftdurchlässig sind, um den Atemwiderstand so gering wie möglich zu halten, aber dennoch Partikel gefiltert werden, die eigentlich durch das Material hindurch dringen würden. Sie bleiben an der Maske haften – wie bei einem elektrostatisch aufgeladenen Luftballon, der Haare anzieht.

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Richtige Anwendung

Die hohe Effektivität einer FFP2-Maske ist allerdings nur dann gegeben, wenn sie auch richtig verwendet wird. Dazu gehört, dass die Maske gut passen und dicht am Gesicht sitzen muss. Dazu wird sie angezogen, am Kopf fixiert und der "Metallbügel mit den Fingerspitzen beider Hände vom Nasenrücken abwärts zu den Wangen an die Konturen des Gesichts anmodelliert", ist in einer Anleitung für die Mitarbeiter der Med-Uni Wien nachzulesen. Den Bügel nur zu quetschen, also zusammenzudrücken, sorge nicht für einen sicheren und dichten Schutz der Maske, heißt es weiter.

Mit einem kleinen Test lässt sich ein guter Sitz überprüfen: Zuerst tief einatmen. Dabei sollte die Maske ans Gesicht gepresst werden. Falls das nicht geschieht, gelangt irgendwo ein Luftstrom an der Maske vorbei. Das heißt: Sie muss neu angepasst werden. Auch beim Ausatmen merkt man schnell, ob es irgendwo eine undichte Stelle gibt – dann entweicht die Luft verhältnismäßig schneller.

Begrenzte Tragezeit

Wichtig beim Abnehmen: Die Maske sollte nur an den Bändern und nicht an der Vorderseite berührt werden. Anschließend sollten die Hände immer gründlich und mit Seife gewaschen werden. Wer unterwegs ist, transportiert die Maske am besten in einem separaten Plastiksackerl.

Insgesamt sollte eine FFP2-Maske nicht länger als acht Stunden getragen werden, das Robert-Koch-Institut empfiehlt sogar eine Tragedauer von nur 75 Minuten mit anschließender Pause von 30 Minuten, wie es auch die meisten Hersteller vorgeben, da der Atemwiderstand beim Tragen dieser Masken erhöht ist.

Aus diesem Grund sollten auch nur bestimmte Aktivitäten mit diesen Masken durchgeführt werden, von starker, körperlicher Anstrengung oder gar Sport mit einer FFP2-Maske ist abzuraten. Auch Modelle mit Ausatemventil sind für die Bekämpfung der Pandemie nicht zweckdienlich, da sie die Aerosole nur in eine Richtung filtern – Masken sollten generell aber den Träger oder die Trägerin sowie das Umfeld schützen.

Maske wiederverwenden?

Die meisten Hersteller empfehlen, die Maske zu wechseln, sobald sie durchfeuchtet ist. Weil der Bedarf an FFP2-Masken in der Pandemie sehr groß ist und das Angebot begrenzt, gibt es Überlegungen, FFP2-Masken mehrfach zu verwenden. An der Fachhochschule Münster und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster läuft aktuell ein Forschungsprojekt, in dem untersucht wird, welche Risiken und Möglichkeiten die Wiederverwendung von FFP2-Masken zum privaten Gebrauch hat und wie Viren auf schon benutzen Masken abgetötet werden können.

Dafür testen die Forscherinnen und Forscher unterschiedliche Verfahren an Maskenmodellen, die mit Viren belastet waren. Dabei hat sich etwa gezeigt, dass die Viren auf einer Maske im Backofen bei trockener Hitze von 80 Grad Celsius für rund 60 Minuten vollständig inaktiviert werden können.

Zudem wurde in dem Projekt herausgefunden, dass eine Maske sieben Tage nach ihrer letzten Verwendung, wenn sie daheim zum Trocknen aufgehängt wurde, kaum noch Virusmaterial enthält. Von einer Wiederverwendung am nächsten Tag ist also abzuraten – eine FFP2-Maske für jeden Wochentag wäre aber eine gangbare Lösung. Bei beiden Methoden kam es zu keinem nennenswerten Verlust der Filterleistung der Masken. Die Forscherinnen und Forscher appellieren allerdings, sich bei der Durchführung dieser Verfahren, vor allem der Backofenmethode, streng an ihre Vorgaben zu halten. (Bernadette Redl, red, 17.1.2021)

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