Auch Corona-Genesene sollten sich impfen lassen, weil das die Schutzwirkung im Immunsystem verfestigt.

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Antikörpertests kann man auch selbst machen. Wer lieber Profis ans Werk lässt, geht in ein Labor.

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Frage: Was genau ist Immunität?

Antwort: Immunität bedeutet, dass der Organismus einen potenziell gefährlichen, krankmachenden Erreger insofern abwehren kann, als er Stoffe und Zellen bildet, die ihn unschädlich machen. Das Immunsystem besteht aus verschiedenen Abwehrtruppen, deren Regulierung von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist und von genetischen, aber auch von Faktoren wie Geschlecht oder Alter abhängt. Die höchstmögliche Immunität ist die Sterilität im Hinblick auf einen Erreger: Man wird nicht nur nicht krank, sondern ein Erreger kann die Körperzellen eines Wirts gar nicht mehr nutzen und sich dort nicht vermehren. Bei Sars-CoV-2 sind diesbezüglich noch viele Fragen offen.

Frage: Sind Genesene immun?

Antwort: Aus den Erfahrungen der letzten acht Monate lässt sich sagen, dass eine durchgemachte Infektion bei der überwiegenden Mehrzahl von Genesenen zu einer Immunität führt. Vor allem eine Infektion mit Fieber dürfte zu einer nachhaltigen Produktion von Antikörpern führen.

Frage: Können Genesene trotzdem andere anstecken?

Antwort: Der umfassendste Immunschutz gegen einen Erreger ist ein Status, den Immunologen als sterile Immunität bezeichnen. Das bedeutet: Die Abwehrkraft mit all ihren unterschiedlichen Strategien ist so stark, dass sie das Virus sofort eliminiert, sich dieses also gar nicht erst im Körper vermehren und damit auch nicht auf andere übertragen werden kann. Ob und wie lange eine solche Immunität nach Sars-CoV-2-Infektionen vorhanden ist, lässt sich noch nicht abschließend beurteilen. Deshalb sollten auch Genesene Hygienevorschriften und die Pflicht zum Tragen von Masken weiterhin einhalten.

Frage: Wer sollte einen Antikörpertest machen?

Antwort: Bei einer Reihe von Menschen verläuft eine Infektion ohne Symptome. Für alle, die nahen Kontakt mit Infizierten hatten, aber nicht krank geworden sind, ist ein Antikörpertest deshalb sinnvoll. Wird das mittels eines Antikörper-Schnelltests gemacht, empfiehlt die Ages, das Ergebnis durch einen serologischen Test in einem Labor bestätigen zu lassen.

Frage: Ist ein Antikörpertest für Genesene sinnvoll?

Antwort: Dieser Test gibt Aufschluss über die eigene Immunität. Er bestätigt die durchgemachte Infektion. Sofern IgG-Antikörper gegen Bestandteile des Spike-Proteins von Sars-CoV-2 nachgewiesen werden, ist das Vorhandensein neutralisierender Antikörper wahrscheinlich.

Frage: Ist ein Antikörpertest nach einer Impfung sinnvoll?

Antwort: Ja, da so ein eventuelles Impfversagen rechtzeitig erkannt wird. Zwei Wochen nach der zweiten Impfdosis sollte das Immunsystem ausreichend IgG-Antikörper gebildet haben. Wichtig ist, dass ein Test verwendet wird, der Antikörper gegen das virale Spike-Protein misst, da nur diese nach der Impfung gebildet werden. Der Test wird jedoch von den Krankenkassen nicht routinemäßig bezahlt. Auch das Robert-Koch-Institut empfiehlt ihn nur auf ärztliche Indikation. Als Privatleistung bietet zum Beispiel das neue Unternehmen Fastest Antikörper-Schnelltests um 39 Euro an.

Frage: Betreffen die Impfungen auch Genesene?

Antwort: Auch Genesene können sich für eine Impfung anmelden. Es gibt keinerlei Empfehlungen für diese Gruppe, sich nicht impfen zu lassen. Im Gegenteil: Aus Erfahrungen mit anderen Impfungen weiß man, dass ein erneuter Kontakt mit Bestandteilen des Erregers die Produktion von Antikörpern durchaus anregen kann und damit die Immunantwort verstärkt und das Immungedächtnis festigt. Allerdings: Angesichts der Impfstoffknappheit und der Frage, welche Bevölkerungsgruppen am stärksten vor einer Infektion geschützt werden müssen, haben die Genesenen im Impfplan wohl keine Priorität. (Karin Pollack, 5.2.2021)