Wirtschaftliche Folgen der Pandemie und Bedingung für Hilfen des Staates führten zu diesem Stellenabbau.

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Die polnische Fluggesellschaft Lot kündigte am Mittwoch an, in den nächsten zwei Jahren 300 Mitarbeiter zu kündigen. Den Stellenabbau sieht das Unternehmen als notwendigen Schritt, um "sich an die neue Realität in der Corona-Pandemie anzupassen", hieß es in einem Statement der Airline. Dies sei auch mit den zuständigen Gewerkschaften abgestimmt worden, teilte das Unternehmen mit. Etwa 150 Stellen sollen in der ersten Hälfte dieses Jahres gestrichen werden, weitere 150 ältere Mitarbeiter sollen im Verlauf der kommenden zwei Jahre ausscheiden.

Die Stellenreduzierungen seien zum einen den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie geschuldet, sie seien aber auch Bedingung für die Hilfen des polnischen Staats für die angeschlagene Fluglinie. Mitte Dezember hatte die EU-Kommission staatliche Beihilfen in Höhe von 650 Millionen Euro gebilligt. Sie umfassen außer einer Kapitalzuführung ein zinsvergünstigtes Darlehen in Höhe von rund 400 Millionen Euro.

Von zwölf auf zwei Millionen Fluggäste

Ähnlich wie andere Fluglinien wurde auch die Lot von der Corona-Pandemie stark getroffen. Das Unternehmen gab kürzlich bekannt, es erwarte für das laufende Jahr zwei Millionen Passagiere, während man vor Ausbruch der Pandemie zwölf Millionen Passagiere erwartet habe. 2019 hatte die Lot mehr als zehn Millionen Fluggäste befördert.

Die Lot war Mitte April von der geplanten Übernahme des deutschen Ferienfliegers Condor zurückgetreten. Der Mutterkonzern PGL hatte die im Jänner vereinbarte Übernahme nach dem Ausbruch der Pandemie abgesagt. (APA, 20.1.2021)