Geht doch.

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Kairo – Mit dem 36:22-(17:14)-Erfolg über Marokko haben Österreichs Handball-Männer bei der WM in Ägypten den ersten Sieg gefeiert. Zum Auftakt des President's Cup um die Plätze 25 bis 32 hatte die klar favorisierte ÖHB-Auswahl am Mittwoch in Kairo zwar etwas Mühe, setzte sich schließlich aber ebenso verdient wie sicher durch. Der Grundstein für ein versöhnliches Ende der für die Österreicher verkorksten Endrunde ist mit dem höchsten rot-weiß-roten WM-Sieg aller Zeiten gelegt.

Schon im nächsten Spiel am Freitag (18 Uhr, live ORF Sport +) wartet auf die Truppe von Teamchef Ales Pajovic mit Chile aber eine wesentlich schwierigere Aufgabe. Die Südamerikaner, mit denen Österreich seit der WM 2019 (24:32) noch eine Rechnung offen hat, fertigten im Parallelspiel Südkorea mit 44:33 ab. Den Gruppenabschluss bildet am Sonntag (18 Uhr, beide ORF Sport +) die Partie gegen die Asiaten, ehe am Mittwoch noch das finale Match gegen ein Team von Gruppe I ansteht.

Motiviert

In Kairo musste Österreich gegen die Nordafrikaner nicht nur auf Kapitän Gerald Zeiner (Leiste), sondern auch Rückraum Dominik Schmid (Sprunggelenk) verzichten und büßte damit weitere Routine ein. Dem und der Enttäuschung über die verpasste Hauptrunde zum Trotz präsentierte man sich über weite Strecken konzentriert und motiviert. Es dauerte aber etwas, bis Rot-Weiß-Rot gegen die beweglichen, offensiv deckenden Marokkaner ins Spiel gefunden hatte. Das 5:4 nach zwölf Minuten war die erste Führung, spätestens nach einer Viertelstunde (8:6) war der Zug für die zum großen Teil in diversen französischen Ligen engagierten Außenseiter im Prinzip abgefahren.

Marokko brachte in dieser Phase im Angriff nur noch wenig zustande, scheiterte meist daran, überhaupt Gefahr aufzubauen – schon gar nicht aus dem Rückraum. Nach einer 15:10-Führung ließ Österreich aber die letzte Konsequenz vermissen und verpasste es, den Vorsprung bis zur Pause klar auszubauen. Auch der Start in die zweite Hälfte fiel nicht richtig überzeugend aus, Marokko bäumte sich noch einmal auf und kam bis auf zwei Treffer (18:16, 33.) heran, kämpfte schließlich aber vor allem gegen schwindende Kräfte. Österreich erwies sich als gnadenlos, kam zu vielen einfachen Treffern (u.a. durch die beiden Goalies Florian Kaiper und Thomas Eichberger) und brachte die Partie gnadenlos zu Ende.

Abwehrleistung

"Nach drei Niederlagen war der Sieg sehr, sehr wichtig, auch für die Stimmung", meinte Pajovic nach der Partie. "Unsere Abwehrleistung war heute sehr wichtig, da haben wir dann viele einfache Tore in zweiter Welle und im Gegenstoß gemacht. Ich hoffe, dass wir in zwei Tagen wieder mit der gleichen Leistung ins Spiel gehen."

Auch Flügel Sebastian Frimmel fand den Auftritt "im Großen und Ganzen sehr in Ordnung". Das Spiel sei aufgrund der aggressiven, offensiven Deckung der Marokkaner "nicht immer ganz einfach" gewesen, der Sieg "tut gut". Das nächste Spiel gegen Chile werde "nicht einfach, da müssen wir Vollgas geben", betonte Frimmel, mit neun Toren der beste Werfer an diesem Abend.

Frankreich und Ägypten mit Meilensteinen

Rekord-Weltmeister Frankreich befindet sich weiter auf direktem Weg Richtung Viertelfinale. Im ersten Hauptrundenspiel am Mittwoch gegen Algerien tat sich der Vorrunden-Bezwinger von Österreich zwar lange Zeit überraschend schwer, siegte aber letztlich mit 29:26. Mit nun 6:0-Punkten hat Frankreich vor den nächsten beiden Hauptrunden-Partien gegen Island und Portugal beste Chancen auf den Einzug in die K.o.-Runde.

Auch Norwegen hielt Kurs. Der Favorit konnte den dramatischen 29:28-Erfolg gegen Portugal aber erst in der Schlusssekunde dank eines gehaltenen Balls durch Goalie Torbjörn Bergerud fixieren. Beide Teams liegen mit je vier Zählern in Gruppe III hinter Frankreich. Die Schweiz wahrte ihre Minimalchance, setzte sich mit 20:18 gegen Island durch. Die Eidgenossen, in der Vorrunde im Auftaktspiel Sieger gegen Österreich, waren nur aufgrund der coronabedingten Absage der USA kurzfristig ins Turnier gerückt.

WM-Gastgeber Ägypten ist ebenfalls wunschgemäß unterwegs. Im richtungsweisenden Duell mit Russland in Kairo setzten sich die Ägypter in Gruppe IV mit 28:23 durch. Die Nordafrikaner liegen mit 4 Punkten hinter Leader Schweden (5), der sich gegen Weißrussland mit einem 26:26 zufriedengeben musste. Slowenien (4) ist Dritter. (APA, 20.1.2021)