Erst letzten Sonntag wurden zwei Richterinnen auf dem Weg zur Arbeit erschossen

Foto: HEDAYATULLAH AMID

Am Freitag kündigte die neue US-Regierung in Washington an, ihr Abkommen mit den radikalislamischen Taliban in Afghanistan überprüfen zu wollen. Dies habe der Sicherheitsberater Jake Sullivan seinem afghanischen Kollegen mitgeteilt. Im Februar vergangenen Jahres hatten die USA und die Taliban ein Abkommen geschlossen, in dem die Amerikaner einen Truppenabzug in Aussicht stellten, wenn im Gegenzug die Taliban mit der afghanischen Regierung Friedensgespräche aufnehmen.

Eine Reihe von Anschlägen

Zudem wurde eine Waffenruhe vereinbart. Der Abzug der US-Truppen war eines der Versprechen des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump. Zuletzt ist in Afghanistan jedoch die Zahl der Attentate und Angriffe auf staatliche Einrichtungen wieder angestiegen. Im Dezember kam es in der afghanischen Provinz Kunduz zu einem Anschlag, bei dem mindestens zehn Sicherheitskräfte starben. Zwei Richterinnen wurden erst letzten Sonntag in ihrem Dienstwagen auf dem Weg zur Arbeit in Kabul erschossen. Vor allem in der Hauptstadt geraten zunehmend auch Politiker, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten ins Visier von Extremisten.

Sullivan hat nach Angaben der US-Regierung erklärt, es solle überprüft werden, ob sich die Taliban an ihre Verpflichtungen halten würden. Dazu zähle die Trennung von terroristischen Gruppierungen, das Bemühen um eine Reduzierung der Gewalt und ernsthafte Verhandlungen mit der Regierung in Kabul über einen dauerhafte Friedenslösung. (APA, red, 23.1.2021)