Malka Leifer bei ihrer Anhörung vor dem israelischen Höchstgericht im Dezember.

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Seit 2008 ist Malka Leifer in Australien wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt, doch nur Stunden nach der Anklageerhebung ist sie in ihre Heimat Israel geflüchtet. Es folgte ein jahrelanger juristischer Kampf um ihre Auslieferung, der nun entschieden ist: Leifer wurde am Montag nach Australien gebracht und muss sich dort dem Gericht stellen.

Malka Leifer wurde nach Australien überführt.

Die ehemalige Leiterin einer Mädchenschule für ultraorthodoxe Jüdinnen in Melbourne soll in den Jahren 2000 bis 2008 mehrere Schülerinnen sexuell missbraucht haben. Leifer bezeichnet sich als unschuldig und versuchte die Auslieferung zu verhindern, indem sie sich selbst als mental unfähig für einen Prozess bezeichnete. Dem hatte ursprünglich ein israelisches Gericht zugestimmt, doch wurde sie 2018 wieder verhaftet, nachdem sie von privaten Ermittlern dabei gefilmt wurde, wie sie einen ganz normalen Alltag lebte.

Ein Bezirksgericht in Jerusalem stellte fest, dass Leifer eine "mental Beeinträchtige imitieren" würde. Das israelische Höchstgericht wies ihren letzten Einspruch gegen eine Auslieferung im Dezember zurück.

Betroffene zeigt sich erleichtert

Eine australische Organisation, die die Betroffenen des Missbrauchs vertritt, reagierte in einem Statement auf Leifers Auslieferung: "So viele Menschen waren daran beteiligt, dass dieser Tag endlich angebrochen ist." Die NGO geht davon aus, dass die Angeklagte in Haft bleiben wird, bis ihr Prozess beginnen kann.

Dassi Erlich, die gemeinsam mit ihren beiden Schwestern von Leifer missbraucht worden sein soll, hatte den Fall ins Rollen gebracht. Sie twitterte am Montag: "Leifer befindet sich auf ihrem Weg zurück nach Australien."

Der Fall hatte auch deshalb für Aufregung gesorgt, weil der damalige stellvertretende Gesundheitsminister Ya'acov Litzman offenbar versucht hatte, die psychiatrischen Untersuchungen für Leifer zu beeinflussen. Litzman ist Teil derselben ultraorthodoxen Strömung wie die Beschuldigte. Er bestritt alle Vorwürfe. (bbl, 25.1.2021)