SAP will die Zukunft in der Cloud einleiten.

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Der Softwareriese SAP will den bisher schleppenden Wechsel seiner Kunden in die Cloud und zum Flaggschiffprodukt S4/Hana mit einem neuen Rundum-Angebot ankurbeln. "Wir bündeln alles, was Unternehmen benötigen, um eine ganzheitliche Transformation des Geschäfts zu erreichen", sagte Firmenchef Christian Klein zu Journalisten vor einer SAP-Veranstaltung am Mittwoch. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht." Es gehe darum, Kernprozesse wie die Unternehmensplanung (ERP) in die Datenwolke auf externe Rechner zu packen. Erster Anlaufpunkt nach der technischen Migration soll die sogenannte Business-Technology-Plattform sein, über die Kunden ihre gesamten Geschäftsprozesse in Echtzeit analysieren und optimieren können. Erstmals wird dabei auch die Logistikplattform Ariba in ein Cloud-Angebot eingebunden.

Zögerlicher Wechsel

Bisher gestaltet sich bei SAP-Kunden der Wechsel zu Cloud-basierter Software zögerlich. Sie kritisierten immer wieder, dass die Transformation sehr aufwendig und mit hohen Kosten verbunden ist. Wenn SAP die eigenen Ziele – nämlich Cloud-Erlöse von mehr als 22 Milliarden Euro in 2025 – erreichen will, muss das Unternehmen das Tempo hochschrauben. Im vergangenen Jahr lagen sie bei knapp 8,1 Milliarden Euro.

Eine Umfrage der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) ergab, das S4/Hana aktuell lediglich von 14 Prozent der Kunden genutzt wird. Klein will nun Kunden mittels zugeschnittener Lösungen – einer Art "Concierge-Service" – überzeugen, doch den Weg Richtung Cloud zu beschreiten. Zunächst arbeitete der Walldorfer Dax-Konzern dafür mit 20 Pilotkunden zusammen, die ihre Transformation bereits gestartet haben. Inzwischen werden laut dem 40-Jährigen 130 Nutzer gezählt, deren Zahl sich nun schnell erhöhen soll.

Fehlende Informationen

Der DSAG-Vorsitzende Jens Hungershausen begrüßte die Initiative: "Alles was passiert, um Kunden in die Cloud zu begleiten, ist erstmal etwas Positives." Zugleich verwies die Anwendergruppe auf bisher fehlende Informationen hinsichtlich der Kosten. Lizenzen-Fachmann Thomas Henzler sprach sich für transparente Prozesse aus: "Die nun vorgestellte Lösung ist ein Schritt, auf welchen noch weitere folgen müssen. Einfacher und unkomplizierter Zugang zu Testsystemen quer durch das Produktportfolio, flexiblere Laufzeiten, schlankere beziehungsweise kleinere Lizenz-Metriken, welche erst wirklich ein optimales Pay-per-use möglich machen, müssen das Cloud-Produktportfolio weiter attraktiver für Kunden machen." (Reuters, 27.1.2021)