Am häufigsten werden die Pensionsanteile in Niederösterreich geteilt.

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Wien – Das Pensionssplitting ist nach wie vor ein Minderheitenprogramm. Im Vorjahr haben 951 Versicherte Pensionsanteile nach der Geburt eines Kindes an ihren Partner ( in den allermeisten Fällen Frauen) übertragen. Das sind um 368 mehr als im Jahr 2019 und damit die größte Steigerung seit Einführung im Jahr 2005. Trotzdem wurde das Pensionssplitting seit Einführung insgesamt erst in etwas mehr als 2.800 Fällen genutzt.

2010 hatten gerade einmal 20 Paare ihre Pensionsansprüche geteilt, im Jahr darauf zehn, 2015 waren es mit 183 erstmals mehr als 100 und 2019 mit 583 erstmals mehr als 500, geht aus Daten der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) hervor.

Am häufigsten werden die Pensionsanteile in Niederösterreich geteilt, wo seit 2010 709 Fälle registriert wurden, gefolgt von Oberösterreich mit 536 und Wien mit 363 Fällen. Weniger als 100 Paare nutzten das Pensionssplitting in Kärnten (57) und im Burgenland (49).

Das Pensionssplitting kann bis zum 10. Lebensjahr des letztgeborenen Kindes beantragt werden, wobei eine Übertragung von bis zu 50 Prozent der Pensions-Jahresgutschrift möglich ist. In den allermeisten Fällen teilen die Väter ihre Pensionsansprüche mit den Müttern, genaue Zahlen für 2020 liegen dazu aber noch nicht vor. 2019 hatten in 560 Fällen Männer ihren Frauen Anteile der zukünftigen Pension übertragen, in nur 23 Fällen war es umgekehrt.

Um das Pensionssplitting attraktiver zu machen, plant die türkis-grüne Koalition eine Reform. Im aktuellen Regierungsprogramm stehen dazu zwei Reformvarianten nebeneinander: ein automatisches Pensionssplitting bei gemeinsamen Kindern (mit einer einmaligen, zeitlich befristeten Ausnahme) und ein freiwilliges Splitting für alle Paare. Auf Ersteres drängt die ÖVP, Zweiteres wollten die Grünen. (APA,28.1.2021)