Ganz schön alt

Brettspiele gibt es schon seit vielen Jahrtausenden. Im alten Ägypten hat man vor über 5.000 Jahren Senet gespielt. Das ist so ähnlich wie Mensch ärgere dich nicht – man musste seine Spielfiguren auf einem Brett aus Elfenbein oder Holz als Erster ins Ziel bringen. Mensch ärgere dich nicht gibt es seit 1910. Erfunden hat es der Deutsche Josef Friedrich Schmidt. Der hatte die Idee dazu von einem ähnlichen Spiel aus Indien namens Pachisi. Eines der beliebtesten Brettspiele ist Monopoly. Die amerikanische Schauspielerin Lizzie Magie hat es vor über 100 Jahren erfunden. Damals hieß es allerdings The Landlord's Game (Das Vermieterspiel). Auch aus Österreich kommt ein Spielehit: Activity. Zwei Ehepaare erfanden es, weil ihnen beim gemeinsamen Urlaub langweilig wurde.

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Schach – das Spiel der Könige

Zu den ältesten Brettspielen gehört auch Schach. Es wurde vor über 1.500 Jahren in Persien erfunden. Dabei spielen zwei Spieler mit jeweils 16 Figuren gegeneinander: König, Dame, zwei Springer, zwei Läufer, zwei Türme und acht Bauern. Jede Figur darf sich auf bestimmte Weise über die Spielfelder bewegen und so die Figuren des gegnerischen Spielers aus dem Spiel werfen. Ziel ist es, den König des Gegners so in die Enge zu treiben, dass er geschlagen werden kann. Das nennt man schachmatt. Klingt einfach, kann aber sehr kompliziert werden. Eine Partie kann viele Stunden dauern, und es gibt unzählige Möglichkeiten, seine Figuren in Stellung zu bringen. Es gibt auch Schachmeisterschaften, bei denen man viel Geld gewinnen kann.

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Sie machen Spaß, es gibt sie schon seit Jahrtausenden, und es gibt ganz viele verschiedene davon: Brettspiele. Aber wie erfindet man eigentlich so ein Brettspiel, und wie kann man selbst eines daheim basteln?

Wie ein Spiel entsteht

Spiele werden von Spieleautoren oder Spieleerfindern gemacht. Aber eigentlich kann jeder ein Spiel erfinden. Als Erstes braucht man dafür eine gute Idee. Worum geht es bei dem Spiel? Ist es ein Karten-, Brett- oder Würfelspiel? Wie lauten die Spielregeln? Wie viele Leute können es spielen? Ist es für Erwachsene oder für Kinder? Man muss sich viele Gedanken machen. Hat man sich alles überlegt, geht man zu einer Spieleagentur. Dort arbeiten Menschen, die Spieleautoren und -erfindern helfen, aus ihrer Idee ein fertiges Spiel zu machen. Der Erfinder muss sein Spiel dafür erst einmal selbst bauen – zum Beispiel aus Papier und Knetmasse. Das nennt man Prototyp. In der Spieleagentur wird der Prototyp ausprobiert. Es wird getestet, ob das Spiel Spaß macht und wie man es verbessern könnte. Ist das Spiel gut, wird es an einen Spieleverlag geschickt. Dort kümmert man sich darum, dass es in großer Stückzahl hergestellt und an Spielzeuggeschäfte geliefert wird.

Eines der beliebtesten Spiele ist Monopoly.
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Erfinde dein eigenes Spiel!

Du kannst zu Hause dein eigenes Spiel erfinden. Alles, was du dazu brauchst, sind Karton und Papier, Buntstifte oder Malfarben, Würfel und Spielfiguren. Die Figuren kannst du aus Knetmasse, Knöpfen oder Steinchen basteln. Oder du nimmst einfach Figuren aus einem anderen Spiel, das du bereits zu Hause hast.

1. Überleg dir ein Thema: zum Beispiel ein Autorennen, Tiere im Wald oder Zauberer in der Zauberschule. So kannst du dein Spielbrett und deine Spielfiguren ganz nach deinen Vorstellungen gestalten.

2. Zeichne das Spielfeld: Fang am besten an, indem du Start- und Zielfeld auf den Karton zeichnest. Dazwischen zeichnest du einen Weg mit vielen Spielfeldern. Du kannst ihn gerade mit einem Lineal zeichnen, geschwungen oder überkreuzt. Jeder Spieler rückt darauf so viele Felder vor, wie er gewürfelt hat. Zeichne am besten zuerst alles mit Bleistift vor, damit du noch etwas ändern kann.

3. Gestalte Aufgabenfelder: Zeichne ein paar Felder ein, auf denen etwas Besonderes passiert, wenn ein Spieler mit seiner Figur darauf landet. Er könnte eine lustige Aufgabe lösen müssen – zum Beispiel seinen Namen rückwärts aufsagen oder ein Wort mit vollem Mund sprechen, das andere erraten müssen. Oder er muss ein Rätsel lösen, vielleicht eine einfache Rechenaufgabe, wenn du gerne rechnest. Schreibe die Aufgaben auf Karten aus Papier.

4. Mach deine eigenen Spielregeln: Überleg dir, was passiert, wenn ein Spieler die Aufgabe richtig erfüllt oder nicht geschafft hat. Du kannst auch Felder einzeichnen, auf denen gleich steht, was der Spieler machen muss. Er darf vielleicht sofort ins Ziel gehen, darf nochmals würfeln oder muss ein paar Felder zurückgehen.

5. Probier das Spiel aus: Du musst noch überlegen, wie viele Personen bei dem Spiel mitmachen können, und kannst es dann mit deiner Familie ausprobieren. Seid ihr zu schnell fertig, zeichne noch mehr Aufgabenfelder ein. (Birgit Riegler, 31.1.2021)