Verwirrung herrschte um eine für Donnerstag angekündigte Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober.


Foto: REUTERS/Leonhard Foeger

Wien – An einer Pressekonferenz des Gesundheitsministers am Donnerstag dürfen auch Journalisten teilnehmen. Der Medientermin wurde ins Bundeskanzleramt verlegt, pro Medium ist ein Redakteur erlaubt, ebenso ein Team je TV-Sender. Laut der ursprünglichen Einladung wären nur Kameraleute zugelassen gewesen, Redakteure hätten ihre Fragen per Mail schicken sollen. Nach Kritik hatte die Pressesprecherin des Gesundheitsministers von einem "Missverständnis" gesprochen.

In der ursprünglich veröffentlichten OTS – die später entfernt wurde – hieß es für die am Donnerstag angesetzte Pressekonferenz zur Corona-Situation in Alters- und Pflegeheimen, dass dabei nur Kameraleute vor Ort zugelassen sind. Redakteure wurden in der Einladung auf den Facebook-Livestream verwiesen, sie können "ihre Fragen an das Podium unter der E-Mail Adresse kommunikation@sozialministerium.at stellen", hieß es in der Aussendung des Ministeriums.

Begründet wurde die Maßnahme mit den geltenden Covid-19-Abstands- und Hygieneregeln und den Platzverhältnissen im Pressezentrum. Zum Höhepunkt des ersten harten Lockdowns und während der stark steigenden Corona-Zahlen im Spätherbst konnten Journalisten freilich immer an Medienterminen der verschiedenen Ministerien teilnehmen.

"Missverständnis"

Auf Kritik antwortete Margit Draxl, Pressesprecherin von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne), dass es sich dabei um ein Missverständnis handle, das selbstverständlich sofort korrigiert werde. Dass Journalisten ausgesperrt werden sollen, stellte sie gegenüber der APA in Abrede.

Am späteren Nachmittag erfolgte die erneute Einladung. Der Termin findet nunmehr im Bundeskanzleramt statt, wo auch beim ersten harten Lockdown alle Pressekonferenzen abgehalten wurden. Und alle Medien dürfen Journalisten entsenden. Auch Fotografen können eingeschränkt teilnehmen. Wie bereits üblich werden diese gegebenenfalls einzeln und für beschränkte Zeit in den Kongresssaal eingelassen.

Thema der Pressekonferenz sind "erfreuliche Trends in Alters- und Pflegeheimen" bei Covid-19-Infektionen und Impfungen gewesen. Erst kürzlich wurde bekannt, dass die meisten Covid-19-Toten in Österreich in Alters- und Pflegeheimen verzeichnet wurden. 43 Prozent aller Menschen, die seit Ausbruch der Pandemie mit dem SARS-CoV-2-Erreger gestorben sind, waren in Heimen untergebracht. Mehr als 3.200 Heimbewohner starben seit Beginn der Pandemie bis Ende Jänner. (APA, 3.2.2021)