Am Sonntag fanden in Ecuador Wahlen statt.

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Quito – In Ecuador hat der linksgerichtete Kandidat Andrés Arauz die erste Runde der Präsidentenwahl am Sonntag klar gewonnen. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen gab es allerdings um den zweiten Platz – und damit um den Einzug in die Stichwahl: Der indigene Anwalt Yaku Pérez, der wie Arauz eine linksgerichtete Agenda vertritt, lag nach vorläufigen Ergebnissen nur äußerst knapp vor dem rechtsgerichteten Ex-Banker Guillermo Lasso. Erst das endgültige Ergebnis bringt im April die Entscheidung.

Der 36-jährige Arauz holte sich mit 32,19 Prozent klar den Erstrundensieg. Im Rennen um Platz zwei liegt bei 98 Prozent Auszählungsstand Yaku mit 20,12 Prozent knapp vor Lasso mit 19,48 Prozent. Der bisherige Präsident Lenín Moreno war nicht mehr angetreten.

Wegen Ungenauigkeiten, fehlender Unterschriften der Wahlvorstände oder Beschwerden politischer Parteien müssen 3778 Wahlurnen überprüft und neu ausgezählt werden, teilte das Wahlamt am Dienstag mit. Das entspricht 9,45 Prozent aller Urnen. Weitere 741 Urnen aus abgelegenen Gebieten wurden noch gar nicht ausgezählt.

Arauz schrieb auf Twitter, er habe einen "überwältigenden Triumph" errungen.

Duell um Morenos Nachfolge

Der 35-Jährige trat für das linke Parteienbündnis Unes an. Er ist ein Schützling des zweimaligen Präsidenten Rafael Correa, der trotz einer Verurteilung wegen Korruption weiterhin politischen Einfluss ausübt. Arauz will das Land nach eigenen Angaben nach der vierjährigen Amtszeit von Moreno wieder auf einen sozialistischen Kurs bringen und unter anderem eine Sondersteuer für Reiche einführen.

Der 51-jährige Pérez ist ein indigener Aktivist und warb als "ökologische Alternative" um das Präsidentenamt. Er kämpft für den Schutz von Wasservorräten und protestierte unter Ex-Präsident Rafael Correa gegen Erdölförderungsprojekte.

Der 65-jährige Lasso gehört der konservativen Bewegung Creo an. Er gilt als Verfechter der freien Marktwirtschaft und hat die Schaffung von einer Million Arbeitsplätzen binnen eines Jahres angekündigt. Er würde im Falle eines Wahlsiegs voraussichtlich an Morenos Sparpolitik festhalten.

Große Herausforderungen

Der bisherige Staatschef Moreno hinterlässt ein umstrittenes Erbe und ein polarisiertes Land. Ecuador steckt wegen des Verfalls des Ölpreises in einer schweren wirtschaftlichen Krise, die durch die Corona-Pandemie zusätzlich verschärft wurde. Mehr als 257.000 Menschen in Ecuador infizierten sich mit dem Coronavirus, rund 15.000 starben nach einer Infektion. Umfragen sagten wegen der Ansteckungsgefahr eine geringe Wahlbeteiligung voraus.

Die künftige Regierung steht vor großen Herausforderungen. Eine hohe Staatsverschuldung und eine Wirtschaft, die nach offiziellen Schätzungen 2020 um 8,9 Prozent geschrumpft ist, lassen wenig Spielraum. Morenos Nachfolger soll am 24. Mai das Amt übernehmen. (APA, red, 8.2.2021)