Nicht jede App, die installiert ist, benötigt man auch wirklich. Also ist eine Entfernung der beste Rat.

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Vom Onlineshopping über die private Kommunikation bis zur Fotosammlung: Das Smartphone ist längst zur Zentrale unseres digitalen Alltags geworden. Das ist nützlich, wirft aber auch neue Probleme auf. Immerhin bietet so ein Smartphone jede Menge Möglichkeiten, um die Aktivitäten seiner Nutzer auszuspionieren. Apple und Google mögen in den vergangenen Jahren einiges unternommen haben, um Privatsphäre und Sicherheit ihrer mobilen Betriebssysteme zu verbessern. Im Endeffekt bringt das aber alles wenig, wenn die Nutzer selbst wieder jeder App den Zugriff auf sensible Daten gewähren.

Was das Ganze noch problematischer macht: Auf vielen Smartphones haben sich dutzende, wenn nicht gar hunderte Apps angesammelt. Welche davon im Hintergrund welche Daten sammelt, ist da kaum mehr zu durchschauen. Wer sicher sein will, dass sein Standort nicht laufend an irgendwelche Spionagefirmen übertragen wird – und solche Fälle sind zuhauf dokumentiert –, sollte auf ein Konzept setzen, das in Sicherheitsfragen generell angeraten ist: Minimalismus. Eine App, die nicht installiert ist, kann auch keine Daten sammeln. So einfach ist das.

Insofern: her mit der inneren Marie Kondo, weg mit unnötigen Smartphone-Apps! Einfach die App-Liste aufmachen und alles deinstallieren, was nicht wirklich regelmäßig gebraucht wird. Frisch installieren kann man eine App später immer noch. Und falls das Datenschutzargument noch nicht reicht, sei verraten: Ein aufgeräumtes Smartphone verbraucht auch weniger Strom und läuft flotter. Vielleicht motiviert das ja dann zum digitalen Frühjahrsputz. Die eigene Privatsphäre wird es jedenfalls danken. (Andreas Proschofsky, 9.2.2021)