Wien – Bei ihrer Zusammenkunft am Mittwoch hat die Regierung die Beschaffung von sechs Millionen zusätzlichen Dosen an Impfstoff gegen das Coronavirus beschlossen. Der größte Teil davon stammt vom US-Konzern Moderna und soll Ende des zweiten Quartals zur Verfügung stehen, erklärte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) beim Pressefoyer nach dem Ministerrat. Der Rest entfällt auf den französischen Konzern Valneva, dessen Impfstoff zwar noch nicht zugelassen ist, aber bis Ende des Jahres lieferbar sein dürfte.

Nach dem Ministerrat am Mittwoch traten Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) auf.
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Die sechs Millionen stammen aus dem EU-Kontingent, das die Nationalstaaten zusätzlich abrufen können. Zunächst sollen zunächst eben zusätzlich 4,7 Millionen der Dosen von Moderna kommen. Zurückgewiesen wurde von Anschober, dass man in Österreich zu stark vom nicht unumstrittenen Impfstoff von Astra Zeneca abhängig sei. Die meisten Dosen habe man mittlerweile von Biontech-Pfizer mit 11,1 Millionen bestellt.

"Frage wird sich nicht stellen"

Dass mit dem Aufkommen der südafrikanischen Variante in Tirol der Impfplan durcheinandergewirbelt werden könnte, wies Anschober zurück. Auf mehrmalige Nachfragen, ob in Tirol weniger Astra Zeneca zum Einsatz kommen soll, weil der Impfstoff gegen diese Mutation nicht so viel Schutz biete, erklärte der Minister: Dies sei für ihn "überhaupt kein Thema". Zuvor hatte Anschober schon erklärt, dass es nun darum gehe, die hochinfektiöse südafrikanische Mutation in Tirol einzugrenzen – eben mit engmaschigen Tests in den betroffenen Bezirken und allfälligem Contact-Tracing, Ausreisekontrollen aus dem Bundesland et cetera. Dann werde "sich die Frage" nach einer Adaption des Impfplans "gar nicht stellen", meint Anschober.

Was die Situation in Tirol betrifft, erklärte er: Mittwochabend werde eine erste Bilanz gezogen. "Sollte es zusätzlichen Handlungsbedarf geben, werden wir uns mit dem Land Tirol verständigen."

Stationäre und mobile Kontrollen

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) erklärte, in den nächsten Stunden werde sich abzeichnen, wie viele zusätzliche Einsatzkräfte des Bundesheeres vom Innenministerium für Tirol angefordert werden, aktuell würden dort gerade Pläne erstellt, wie und wo überall Ausreisekontrollen erfolgen sollen und wo es Unterstützung der Behörden brauche. Ab Freitag müssen Tiroler für ein Verlassen ihres Bundeslandes bekanntlich einen negativen Corona-Test vorweisen können.

Das Prozedere rund um die am Freitag startenden verpflichtenden negativen Tests bei der Ausreise aus Tirol nehme Formen an, vermeldete die APA dann am Nachmittag. Rund 1.000 Polizisten und 300 Soldaten sollen zusätzlich im Einsatz sein, hieß es vom Innenministerium, der Landespolizeidirektion Tirol und dem Bundesheer – es sollen sowohl an stationären, als auch mobilen Standorten Kontrollen an allen Landesgrenzen durchgeführt werden. (Nina Weißensteiner, 10.2.2021)