Auch Android-User können nun bei Clubhouse mitmachen, wenn auch nicht mit vollem Featureumfang.

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Die App Clubhouse war in den letzten Wochen in aller Munde. Das Social Network bringt Nutzer in themenebezogenen, moderierten Audiochats zusammen und verzeichnet regen Zulauf. Über acht Millionen Downloads konnte man laut Analyse von App Annie bereits erzielen, obwohl das Programm eigentlich erst "Prerelease"-Status hat, offiziell also noch gar nicht fertig ist.

Doch bisher blieb die Teilnahme den Besitzern von Android-Smartphones verwehrt. Denn das Programm ist nur für iOS verfügbar. Bis sich das ändert, dürfte noch einige Zeit vergehen. Die Entwickler hatten erst Ende Jänner angekündigt, "bald" die Arbeit an der Android-Ausgabe beginnen zu wollen. Wer trotzdem jetzt schon reinhören und mitreden will, kann dies aber nun dank einer inoffiziellen Umsetzung tun.

Die in Java geschriebene Version stammt von Gregory "grishka" K., nach eigenen Angaben ein Entwickler aus dem russischen St. Petersburg. Seine App "Houseclub" bietet auf Android den Zugang in zumindest rudimentärer Ausprägung. DER STANDARD hat sie einem kurzen Testlauf unterzogen.

Foto: Screenshot/Houseclub

Grundlegende Features funktionieren

Wenngleich Grishka dafür die Verwendung von einem iOS-Gerät empfiehlt, funktioniert die Registrierung auch über seine Software. Man gibt die eigene Telefonnummer an und gibt einen per SMS zugesandten Bestätigungscode an. Hat man noch keinen Invite von einem anderen Nutzer erhalten, wird korrekt angezeigt, dass man sich auf der Warteliste befindet. Wurde man eingeladen, so landet man auf einer Startseite, die eine Liste von aktuell vom Server empfohlenen Räumen anzeigt.

Nach bestimmten Räumen lässt sich nicht suchen, jedoch kann man – sofern bekannt – bestimmten Räumen auch per Link beitreten. Eigene Räume kann man mit Houseclub noch nicht anlegen oder moderieren. Den Gesprächen lauschen, die Hand heben und selbst mitreden klappt aber problemlos. Die App verlangt dafür natürlich den Zugriff auf das Mikrofon.

Die Wiedergabe eines Raumes läuft im Hintergrund weiter, wenn man auf eine andere App wechselt. Reguläre Pushbenachrichtigungen erhält man allerdings nicht. Man kann anderen Nutzern folgen bzw. entfolgen und sich ansehen, wer wem folgt. Das eigene Profil lässt sich mit einer Beschreibung und einem Foto updaten.

Sideloading erforderlich

Möglich machte die laut Grishka in 1,5 Tagen erstellte App das erfolgreiche Reverse Engineering der offiziellen Programmierschnittstelle von Clubhouse. Dass die inoffizielle Android-Umsetzung nicht besonders hübsch ist, hat auch den Grund, dass der Entwickler sie nur als Übergangslösung ansieht, bis Clubhouse ganz offiziell auf Android landet. Er warnt zudem, dass es nicht ganz auszuschließen sei, dass man für die Verwendung seiner App seitens der Betreiber gesperrt wird.

Houseclub muss "gesideloadet" werden und ist nicht im Play Store zu finden. Zur Installation muss die aktuellste APK-Datei von der Release-Seite des Projekts bezogen und geöffnet werden. In den Sicherheitseinstellungen muss dafür das Aufspielen von Apps aus alternativen Quellen genehmigt werden.

Die Verwendung erfolgt auf eigene Gefahr. Da der Quellcode offen liegt, können Nutzer mit Java-Kenntnissen die Android-Version auf etwaige Sicherheitsprobleme überprüfen. (gpi, 21.2.2021)