Gabe Newell zeigt sich nicht kooperativ gegenüber Apple.

Foto: Isaac Brekken/Invision/AP

Wie aus einem aufgetauchten Gerichtsbrief hervorgeht, hat Apple versucht, die bekannte Gaming-Firma Valve vorzuladen. Im Rechtsstreit gegen Fortnite-Entwickler Epic Games hätten Informationen von Valve hilfreich sein können. Die Firma hinter Steam zeigt sich allerdings gegenüber Apple wenig kooperativ.

Langwieriger Streit

Seit August befindet sich Apple in einem Rechtsstreit mit Epic Games. Grund ist die Weigerung Epics, sich den Apple-Store-Regeln zu beugen. Diese sehen vor, dass 30 Prozent des Umsatzes aller In-Game-Käufe an Apple überwiesen werden müssen. Bei einem so erfolgreichen Spiel wie Fortnite, Epics Vorzeigetitel, das mehrere Millionen Mal auf iPhones geladen wurde, eine Menge Geld. Epic wollte nicht länger die Abgaben an Apple in Kauf nehmen und integrierte eine eigene Bezahloption in das Spiel. Daraufhin wurde das Spiel kurzerhand aus dem Store geworfen. Seither streiten Apple und Epic vor Gericht – immer wieder werden neue Aktionen von beiden Seiten initiiert, welche die Situation weiter anheizen.

Nicht einmischen

Der Software-Hersteller Valve, der auch aufgrund seines erfolgreichen Online-Marktes Steam bei Gamern bekannt ist, hat mit dem Rechtsstreit eigentlich nichts zu tun. Apple wolle nur den Markt besser verstehen und würde deshalb sämtliche Geschäftszahlen von Valve beziehungsweise Steam einsehen wollen, so der Inhalt des Gerichtsbriefs. Direkte Anfragen seien nur unzureichend beantwortet worden.

Valve hat im Gegenzug geantwortet, Apple wolle zu viele Informationen, vor allem da Valve kein Bestandteil des laufenden Rechtsstreits mit Epic Games ist. "Valve produziert oder verkauft weder Smartphones noch Tablets. Valve produziert auch keine Videospiele für mobile Geräte oder konkurriert auf irgendeine andere Weise auf dem mobilen Markt", so ein Sprecher von Valve in dem Brief. "So sehen wir uns als Entwickler von PC-Spielen, der nicht im mobilen Markt tätig ist, in einem Kampf bezüglich mobiler Apps nicht als Schlüsselfigur."

Epic Games vs. Valves Steam

Besonders interessant ist die Situation, da Valve und Epic auf dem PC-Markt direkte Konkurrenten sind. Während Steam bereits seit 2003 Spiele in seinem Store anbietet, zog Epic mit seinem Epic-Games-Store erst 2018 nach. Seitdem ärgern sich zahlreiche Spieler, da Entwickler immer wieder Exklusivdeals mit einem der Stores eingehen und man als vielinteressierter Gamer deshalb sowohl den Steam als auch den Epic Games Store nutzen muss.

Den Kampf gegen Apple sieht man jedoch bei Valve ernster als den gegen Epic. So zeigt sich Valve-Chef Gabe Newell in einem Interview der Fachzeitschrift "Edge" (via Gamesradar) bereits im März 2020 besorgt über die Praktiken von Apple. "Was beängstigender (als der Epic Store, Anm.) ist, sind die Leute, die sich in Apples Modell verlieben, alles zu kontrollieren und gesichtslose Bürokraten zu haben, die Produkte vom Markt abschirmen. Oder aber einen Store so zu gestalten, dass der Mehrwert der Software für das Erlebnis minimiert wird." (aam, 22.2.2021)